Jahresbericht 2025

Brief an unsere Stakeholder

Was wir im Jahr 2025 erreicht haben. Und wohin die Reise geht.

Im Jahr 2025 hat für die Wyss Academy eine Phase der strategischen Schärfung begonnen. Wir konnten dabei auf dem bisher Erreichten aufbauen, Erkenntnisse aus der Evaluation des Vorjahres aufgreifen und so die nächste Phase gezielt vorbereiten – während die operative Arbeit in vollem Umfang weitergeführt wurde.

2025 im Überblick

Vom Wissen zum Handeln

In den ersten Jahren der Wyss Academy haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, vor Ort schnell zu lernen – durch den Aufbau von Teams und Partnerschaften sowie durch die Entwicklung von Lösungen, die Wissenschaft und Praxis zusammenführen. Im Jahr 2025 hat sich der Schwerpunkt verlagert: Statt weitere einzelne Fäden einzuweben, haben wir das Gewebe als Ganzes verstärkt. Dabei wurde deutlich, dass Wandel nur selten aus einem einzelnen Projekt oder einer einzelnen Disziplin erwächst. Dazu braucht es ein Gefüge auf der Basis belastbarer Evidenz. Institutionen müssen eingebunden werden und Gemeinschaften die Möglichkeit haben, Landnutzung, Lebensgrundlagen sowie Gemeinwohl mitzugestalten.

  • Solutionscapes 6

  • Laufende Projekte 60

  • Publikationen 59

Reallabore für systemischen Wandel

Der einzigartige Ansatz der Wyss Academy mit seinem Fokus auf Solutionscapes ist darauf ausgelegt, Lösungen für komplexe Herausforderungen zu finden, die sowohl den Menschen als auch die Natur betreffen. Dazu gehören beispielsweise Umweltschäden und der zunehmende Druck auf natürliche Ressourcen, der entsteht, wenn Wildtiere und lokale Gemeinschaften um dieselben Lebensräume und Ressourcen konkurrieren. Der Ansatz konzentriert sich auf lokale Prioritäten unter Wahrung einer globalen Perspektive und bringt Indigene Volksgruppen, lokale Gemeinschaften, Regierungen, Unternehmen, Wissenschaftler*innen zusammen, um gemeinsam praxistaugliche Lösungen zu entwickeln und zu testen. Entdecken Sie die fünf Schlüsselelemente, die diesen Ansatz so effektiv machen.

  • Raum für Viehhaltung und Wildtiere unter unsicheren Klimabedingungen in semiariden Landschaften

    Die Trockengebiete Nordkenias stehen unter zunehmendem Druck durch langanhaltende Dürren, degradierte Böden und schrumpfende Weideflächen. Pastoralistische Gemeinschaften, Schutzgebiete und wissenschaftliche Partner arbeiten gemeinsam daran, Weidelandschaften wiederherzustellen und Wildtiere sowie Lebensgrundlagen dauerhaft nebeneinander zu ermöglichen.

    Raum für Viehhaltung und Wildtiere unter unsicheren Klimabedingungen in semiariden Landschaften
  • Schutz für Wasser, Feuchtgebiete und Allmenden unter konkurrierenden Ansprüchen

    Das Gambella-Feuchtgebiet in Nordkenia liegt dort, wo wasserreiche Hochlagen des Mount Kenya auf trockene Tieflagen treffen – eine Lebensader für Wildtiere, Viehhaltende und bäuerliche Gemeinschaften gleichermassen. Angesichts wachsender konkurrierender Ansprüche auf das Wasser rücken Governance, Wiederherstellung und ein gerechter Zugang für alle in den Mittelpunkt.

    Schutz für Wasser, Feuchtgebiete und Allmenden unter konkurrierenden Ansprüchen
  • Umweltgerechtigkeit in einem abgelegenen globalen Biodiversitäts-Hotspot

    Auf einer bewaldeten Halbinsel im Nordosten Madagaskars, direkt neben dem Masoala-Nationalpark, leben lokale Gemeinschaften an der Schnittstelle von aussergewöhnlicher Biodiversität und tiefer Ungleichheit. Landzugang, Lebensgrundlagen und Naturschutz werden gemeinsam angegangen—denn hier lassen sie sich nicht voneinander trennen.

    Dorfbewohner*innen durchqueren einen Fluss im Nordosten Madagaskars und transportieren Güter.
    Umweltgerechtigkeit in einem abgelegenen globalen Biodiversitäts-Hotspot
  • Stewardship-Initiativen für Natur und Mensch in Waldgrenzgebieten

    In Xayabury, Laos, hat sich die Landwirtschaft unkontrolliert ausgebreitet und dazu geführt, dass heute nur noch 40 Prozent des Schutzwaldgebiets Nam Tien bewaldet sind. Lokale Gemeinschaften, Behörden und Unternehmen schliessen sich zusammen, um zu schützen, was noch vorhanden ist, und wiederherzustellen, was verloren gegangen ist.

    Drei Elefanten stehen am Rand eines Waldteichs im Elephant Conservation Center in Xayabury, Laos.
    Stewardship-Initiativen für Natur und Mensch in Waldgrenzgebieten
  • Widerstandsfähige Waldlandschaften mit hochwertiger Multifunktionalität

    In der Provinz Tambopata, Madre de Dios, ist der peruanische Amazonas mit Entwaldung, Bergbau und hartnäckiger Ungleichheit konfrontiert. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen werden regenerative Lösungen entwickelt—damit Wälder erhalten bleiben und die Gemeinschaften, die auf sie angewiesen sind, tragfähige Lebensgrundlagen aufbauen können.

    Widerstandsfähige Waldlandschaften mit hochwertiger Multifunktionalität
  • Entwicklung Grosses Moos

    Einst ein Feuchtgebiet, steht der Schweizer «Gemüsegarten» heute vor vernetzten Herausforderungen: nachlassende Bodengesundheit, Biodiversitätsverlust und zunehmende Klimabelastung. Fünf Pilotprojekte erproben praxistaugliche Lösungen – und suchen nach Ansätzen, die Landwirtschaft und Natur in dieser intensiv genutzten Landschaft gleichermassen zugutekommen.

    Entwicklung Grosses Moos
  • Fokus Wald und Holz

    Die Wälder im Kanton Bern sind durch den Klimawandel wachsenden Risiken ausgesetzt, während der Holzsektor ungenutztes Potenzial für eine nachhaltige regionale Entwicklung birgt. Zwei Projekte stärken die Waldbrandvorsorge und bauen widerstandsfähigere, naturnahe Holzwertschöpfungsketten auf—zum Nutzen der Wälder und der Menschen, die auf sie angewiesen sind.

    Fokus Wald und Holz

Impact Stories

Wandel im grossen Massstab beginnt mit Wandel an konkreten Orten – und oft mit konkreten Menschen. Diese Impact Stories zeigen solche Momente aus unseren Solutionscapes: von einem Landwirt im Nordosten Madagaskars, der in einem gemeinschaftlichen Digitalzentrum seinen Pflug neu konzipierte und damit seine Reisernte verdoppelte, bis hin zu einem Landwirt im peruanischen Amazonas, dessen Umstieg auf Agroforstwirtschaft heute Erkenntnisse liefert, auf die andere aufbauen können. Hinter jeder dieser Geschichten steht eine längere Entwicklung, die es zu entdecken lohnt.

  • In Ol Gaboli trägt die von Frauen geführte Imkerei zum Haushaltseinkommen bei und ist mit Wiederherstellung und Standortmanagement verknüpft.

    Impact Stories

    Wie Frauen in Nordkenia Land und Lebensgrundlagen wiederherstellen

    Impact Stories
  • Mitglieder der ENLITE Youth Group pflegen Saatbeete in der Baumschule des Gambella-Feuchtgebietes, wo junge Menschen sich praktische Fähigkeiten für die Wiederherstellung und künftige Pflanzungen aneignen.

    Impact Stories

    Eine von Jugendlichen geführte Baumschule schafft neue Perspektiven für Natur und Mensch

    Impact Stories
  • Deliens weiterentwickelter Pflug im Einsatz in Fizono – ein Beispiel dafür, dass kleine Anpassungen einen grossen Unterschied machen, wenn Werkzeuge knapp sind.

    Impact Stories

    Ein Landwirt, ein Werkzeug, doppelte Ernte

    Impact Stories
  • Gesundheitscheck bei einem Elefanten im Feld: Ein Mitglied des WILDMED-Teams macht neben einem Mahout Notizen.

    Impact Stories

    Wege für Wildtiermedizin ebnen: Elefantenrettung innerhalb und ausserhalb des Solutionscapes

    Impact Stories
  • Luis Farfán zwischen jungen Copoazú-Setzlingen in einer Agroforst-Baumschule.

    Impact Stories

    Vergangenheit ehren, Zukunft gestalten: Die Geschichte von Luis Farfán

    Impact Stories
  • Ein praktischer Blick auf den Pilotversuch zur passiven Bewässerung im Grossen Moos: Matthias Schwab mit dem Feldaufbau, der für das Monitoring genutzt wird.

    Impact Stories

    Passive Bewässerung und Bodenschutz – Neue Wege für Landwirtschaft im Grossen Moos

    Impact Stories
Foto: Drones.mg

Ausgewählte Höhepunkte

  • Zwei Jahre Umweltbildung in Laos: Es braucht wirklich ein ganzes Dorf

    Projektupdate 17. Dezember 2025

    Als im November 2023 das erste Co-Design-Treffen in Nam Tien, Xayabury, stattfand, konnte niemand vorhersehen, wie tiefgreifend diese Reise Schulen, Lehrpersonen und Gemeinschaften verändern würde. In den vergangenen zwei Jahren hat sich eine Erkenntnis klar herauskristallisiert: Umweltbildung braucht wirklich ein ganzes Dorf.In unserem Fall bedeutete das, dass unterschiedliche Akteur*innen mit einem gemeinsamen Ziel zusammenkamen.

    Ein Schild mit der Aufschrift «Tiere sind auf Wälder angewiesen, Wälder sind auf Wasser angewiesen» hängt heute an einem Baum vor einer Schule in Nam Tien – eine kleine, aber bedeutsame Veränderung, die es vor zwei Jahren noch nicht gab.
  • Wenn Gemeinschaften gestärkt werden, geht die Wiederherstellung von Weideland schneller voran – und das Wissen bleibt

    Projektupdate 16. Dezember 2025

    Für die Wirksamkeit der Monitoring-Aktivitäten wurden Viehhaltende, Jugendliche, Mitglieder von Frauengruppen und Community-Scouts geschult, die Erdwälle auf verschiedene Arten zu überwachen.
  • Rückblick auf FLARE: «Die Klimaagenda befindet sich in ihrem fragilsten Moment» – Manuel Pulgar-Vidal

    News 10. Dezember 2025

    Die Wyss Academy for Nature war Gastgeberin, präsentierte eigene Arbeiten und brachte Akteur*innen zusammen. Der Fokus war klar: Wälder und Lebensgrundlagen – aus der Perspektive territorialer Realität. Dabei ging es um Felderfahrungen aus dem peruanischen Solutionscape in Madre de Dios, wo Wissenschaft, Politik und lokales Wissen für politische Zielgruppen verknüpft werden. Konkret wurden etwa die Entwicklung einer gemeinsamen Forschungsagenda und neue Ansätze für Land-Verwaltung besprochen. Zur Sprache kamen zudem Erkenntnisse aus indigener territorialer Selbstverwaltung sowie die Verzahnung von Landnutzungswandel, Ökosystemleistungen und Wohlbefinden der Bevölkerung. Zudem wurden Erfahrungen aus den «Dialogues with Purpose» geteilt und ein standardisierter Ansatz zur Messung von sozialem und menschlichem Wohlbefinden diskutiert.

    Person hält eine Rede
  • COP30 in Belém: Wissenschaft, Politik und Praxis für den Amazonas und darüber hinaus

    News 4. Dezember 2025

    Vom 10. bis 21. November 2025 wurde die COP30 im brasilianischen Belém ausgerichtet. Damit sind die Verhandlungen näher an die politischen und ökologischen Realitäten des Amazonas gerückt. Die Diskussionen über Zugang, Sicherheit und ökologischen Fussabdruck lenkten den Blick weg von Symbolik und hin zur Umsetzung: Wie entsteht aus Plenarsaal-Entscheiden konkretes, ortsbezogenes Handeln?Anlässlich der COP30 veranstaltete die Wyss Academy for Nature zwei Diskussionen im Goeldi Museum, einem der bedeutendsten Natur- und Forschungsmuseen im Amazonasgebiet. Ziel war es, Wissenschaft, Politik und Praxis zusammenzubringen und zu prüfen, wie ortsbezogene Ansätze Wälder und lokale Wirtschaften verknüpfen und somit aus Zusagen tragfähige Programme werden können. Die Sessions spiegelten das langfristige Engagement im südamerikanischen Solutionscape wider: gemeinsam mit Partner*innen praxisnahe Erkenntnisse zu entwickeln, Organisationsstrukturen zu stärken und gerechte Entwicklungspfade voranzubringen, die Biodiversität und Lebensgrundlagen schützen.Neben den formellen Verhandlungen bot der Aussenbereich des Goeldi Museums mehr Raum für informellen Austausch. Als die Gespräche intensiver wurden, entwickelten sich diese parallelen Treffen zu praktischen Foren, um Methoden zu vergleichen, erste Erkenntnisse zu diskutieren und Partnerschaftsideen zu erkunden. Die Durchführung unserer Sessions im Museum, wo auch der Schweizer Pavillon untergebracht war, brachte die Diskussionen näher an die Praxis. Der Veranstaltungsort ermöglichte es den Teilnehmenden, politische Fragen mit gelebter Erfahrung zu verbinden. Dieser Rahmen hielt den Fokus darauf, wie Politik an spezifischen Orten mit der Praxis übereinstimmt – und auf die Evidenz, die notwendig ist, um Entscheidungen zu treffen, sie zu finanzieren und anzupassen, wenn die Ergebnisse eintreffen.

  • Vortragsaufzeichnung | Von der Erkenntnis zur Wirkung – Systeme für Natur und Menschen transformieren

    News 10. November 2025

    Klimawandel, Biodiversitätsverlust sowie wachsende Ungleichheit und Konflikte machen eines deutlich: Tiefgreifender Wandel ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Die Frage ist nicht, ob Transformation stattfindet, sondern wie – durch Krise oder durch Gestaltung. In seinem Vortrag am Novartis Campus in Basel zeigte Wyss-Academy-Direktor Peter Messerli am 30. Oktober 2025, wie gerechte und faire Transformationen sowohl Menschen als auch den Planeten schützen können. Anhand von Forschung und konkreten Beispielen aus der Arbeit der Wyss Academy in Kenia, Madagaskar, der Schweiz und Peru machte er sichtbar, wie sich Erkenntnisse in Wirkung übersetzen lassen – indem Wissenschaft, Politik und Praxis gezielt verbunden werden. «Wissenschaft ist zentral, um gerechte Transformation zu erreichen», sagte er. «Und dauerhafter Wandel entsteht, wenn die Wissenschaft lokalen Gemeinschaften zuhört.»Auf den Vortrag folgte ein inspirierendes Gespräch, moderiert von Nelly Riggenbach, Direktorin Brand Experience bei Novartis, mit Hansjörg Wyss, dessen kürzlich erschienene Biografie «The Art of Impact» darlegt, wie vorausschauendes Handeln die Welt prägen kann, Korab Zuka, Chief Sustainability Officer bei Novartis, und Peter Messerli.Ein herzliches Dankeschön an das Team der Novartis Campus Lectures für die Ausrichtung dieser Veranstaltung!

  • Start Projektphase "Nachhaltigkeit leben - Praktische Ansätze zur Transformation"

    Projektupdate 5. November 2025

    Das Naturpärke-Projekt ist in eine neue Phase gestartet! Unter dem Titel «Nachhaltigkeit leben – Praktische Ansätze zur Transformation» (NAPAT) entwickeln und erproben die drei regionalen Naturpärke Chasseral, Diemtigtal und Gantrisch innovative Ansätze, die positive Veränderungen in den Bereichen Identifizierung mit der Natur, Wertschöpfungsketten und Biodiversität anstossen sollen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Partizipation sowie der Stärkung von Engagement und Handlungskompetenzen für nachhaltiges Verhalten.Die Arbeiten schliessen an die vorangehende Projektphase «Naturparkstationen Berner Pärke» (2020-2024) an.

    Naturpark Diemtigtal
  • Abschluss Projektphase "Naturparkstationen Berner Pärke"

    Projektupdate 31. Oktober 2025

    Die Projektphase Naturparkstationen Berner Pärke (NAPAS) wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen dieses Projekts wurden in den regionalen Naturpärken Diemtigtal, Gantrisch und Chasseral Angebote entwickelt und getestet, die zugleich den touristischen Bedürfnissen und dem Schutz der natürlichen Ressourcen dienen. Bildungsangebote in den Themenbereichen Biodiversität, Schutz und Nutzung natürlicher Ressourcen sowie nachhaltige Entwicklung wurden mit Erlebnissen in der Natur verbunden. Dadurch konnte die Nachhaltigkeit für die Parkbevölkerung und für Besuchende greifbar und erlebbar gemacht werden. Die neu entwickelten Angebote unterstützen die Informationsvermittlung, Sensibilisierung für die Bedürfnisse der Natur und die Besucherlenkung in sensiblen Naturräumen. Nachfrageorientierte, nachhaltige Tourismusangebote fördern Innovation und verbessern die regionale Wertschöpfung.   Ein Forschungsprojekt untersuchte, inwieweit Parkbesuchende die geltenden Verhaltensregeln zum Schutz von Wildtieren, Pflanzen und sensiblen Lebensräumen kennen, deren Bedeutung für die Natur verstehen, und wie sie die Auswirkungen ihres eigenen Verhaltens auf die Umwelt einschätzen. Die Erkenntnisse aus den Forschungsarbeiten lieferten den drei regionalen Naturpärken eine Grundlage zur Weiterentwicklung ihrer Besuchermanagementmassnahmen und zur noch gezielteren Sensibilisierung unterschiedlicher Zielgruppen. Die Umsetzung der verschiedenen Interventionen und Massnahmen wurde von Forschung begleitet und ausgewertet. Zudem wurden vielversprechende Innovationen aus anderen lokalen und globalen Kontexten auf ihre Anwendbarkeit vor Ort überprüft und für die Berner Pärke umsetzbar gemacht.  In Zusammenarbeit mit: Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) des Kantons Bern 

    Infomobil Naturpark Gantrisch
  • Zusammenfassung der Ergebnisse: auf den Wald hören

    Projektupdate 21. Oktober 2025

    Die Dialoge ermöglichten gemeinsames Lernen und den Austausch von Wissen durch moderierte Gespräche, den Austausch unter Teilnehmenden sowie wiederholte gemeinsame Reflexion. Häufig wurden Methoden eingesetzt, mit denen Wissen gemeinsam sichtbar gemacht, eingeordnet und weiterentwickelt wurde. Spannungen entstanden dort, wo wissenschaftliche Perspektiven dominierten und andere Wissensformen eher übersetzt als gleichwertig eingebunden wurden.Gemeinsames Handeln entwickelte sich vor allem durch kollektive Entscheidungsprozesse und das gemeinsame Erzählen und Weitertragen von Anliegen. In einigen Regionen berichteten Teilnehmende von einem gestärkten Selbstvertrauen, sich aktiv für Reformen in der Waldbewirtschaftung einzusetzen. Erschwert wurde dies jedoch durch fest verankerte institutionelle Strukturen und fehlende Anschlussprozesse nach den Dialogen.Die Dialoge trugen teilweise dazu bei, bestehende Machtverhältnisse aufzubrechen – etwa durch bewusste Einbeziehung unterschiedlicher Akteure, gemeinsame Gestaltung der Agenda und eine faire Moderation. Gleichzeitig blieben feine Ungleichgewichte bestehen: Wer zuerst sprach, wer Themen setzte und wie Redezeit verteilt wurde, spiegelte häufig weiterhin bestehende Hierarchien wider. Zwar wurde die Repräsentation vielfältiger, doch bedeutete dies nicht immer auch echten Einfluss.Viele Teilnehmende beschrieben, dass sie durch die Erfahrungen und Perspektiven anderer nachhaltig geprägt wurden. Der Austausch führte zu veränderten Sichtweisen, mehr Verständnis füreinander und einem stärkeren Bewusstsein für gegenseitige Abhängigkeiten – insbesondere dann, wenn persönliche Geschichten und konkrete Beispiele im Zentrum standen. Diese Wirkung war besonders stark, wenn Unterschiede in Macht und Einfluss offen benannt wurden.Zu den zentralen Ergebnissen der Dialoge zählten der Aufbau von Vertrauen, neue Kooperationen über Sektorgrenzen hinweg sowie ein weiterführendes Engagement über die Veranstaltungen hinaus. Die Dauerhaftigkeit der Beziehungen unterschied sich jedoch stark: In einigen Fällen gingen Kontakte aufgrund institutioneller Trägheit oder zeitlich begrenzter Projekte wieder verloren. Dort, wo es gezielte Follow-up-Strukturen gab, blieben die entstandenen Verbindungen bestehen.

    Wald
  • Wie die Kachelitwa-Gemeinschaft die Wiederherstellung von Weideland im Baringo County in Kenia vorantreibt

    Projektupdate 16. Oktober 2025

    Soweit das Auge reicht, tragen die Hügel von Kachelitwa im Baringo County die Spuren jahrzehntelanger Bodendegradation. Die Region litt jahrzehntelang unter klimawandelbedingten Dürren sowie unter Unsicherheit durch Banditentum und Viehdiebstahl. Einst produktive Weideflächen sind heute karg und erodiert und können die pastoralen Lebensgrundlagen, von denen Generationen lebten, nicht mehr sichern. Obwohl die Sicherheit durch die Regierung weitgehend wiederhergestellt wurde, steht die Gemeinschaft weiterhin vor grossen Herausforderungen. Anfang 2024 brachten neue Partnerschaften frischen Schwung nach Kachelitwa. Durch die Zusammenarbeit mit der benachbarten Mukutan Conservancy erkannte die Gemeinde Kachelitwa – lange unsicher über ihre Optionen – dass Lösungen für einige ihrer dringendsten Probleme durch gemeinsames Handeln in Reichweite liegen. Mit Unterstützung der Mukutan Conservancy, der Wyss Academy for Nature, Green Earth Warriors und JustDiggIt schlossen sich Fachleute der Gemeinde an, um die Schäden an den am stärksten betroffenen Gebieten zu begutachten und praxisnahe, kostengünstige Lösungen zu entwickeln. Ein zehn Hektar grosses Demonstrationsgelände wurde als Testgebiet für Wiederherstellungsmethoden ausgewählt, bevor diese auf die gesamte Landschaft ausgeweitet wurden.

  • Schulung junger Landwirtinnen und Landwirte in Mahalevona: Chancen durch digitales Lernen

    Projektupdate 9. Oktober 2025

    Vom 3. bis 10. September 2025 erlebte das Mahalevona-Tal etwas bisher Unbekanntes: ein für junge Landwirtinnen und Landwirte entwickeltes Schulungsprogramm zu digitalem Marketing. In Zusammenarbeit starteten Youth First, die Full Circle Initiative der Wyss Academy for Nature und das Laboratoire de Recherches Appliquées das Programm mit einem klaren Ziel: diese Agrarunternehmerinnen und -unternehmer mit praktischen Fähigkeiten auszustatten, ihre Produkte zu vermarkten und mit digitalen Werkzeugen neue Märkte zu erschliessen.Während der einwöchigen Schulung lernten die Teilnehmenden unter der Leitung von Rebecca Andrianarisandy und Narindra Andriamiarana die Grundlagen des digitalen Marketings – das Erstellen ansprechender Produktlisten, das Fotografieren und das Schalten ihrer ersten Anzeigen auf Facebook Marketplace. Für viele war dies der allererste Schritt in die digitale Welt, und als ihre Arbeit online erschien, veränderte dies ihre Perspektive grundlegend.

    People looking at a computer

Publikationen

Schülerinnen und Schüler in Nam Tien, Xayabury, während einer der Umweltbildungsschulungen.
Schülerinnen und Schüler in Nam Tien, Xayabury, während einer der Umweltbildungsschulungen. / Foto: Mongkon Duangkhiew
An elephant in water, surrounded by a forest.
Foto: Reto Kuster
Gemeindemitglieder überwachen aktiv die Wiederherstellung ihrer Landschaft.
Gemeindemitglieder überwachen aktiv die Wiederherstellung ihrer Landschaft. / Foto: Fiona Stappmanns
Strasse auf den Chasseral: Hier soll sanfter und naturnaher Tourismus gefördert werden.
Strasse auf den Chasseral: Hier soll sanfter und naturnaher Tourismus gefördert werden. / Foto: Monika Flueckiger
Two young women participating in the workshop.
Foto: Davidson Toky Andrianasolo
Luis Farfán und Elisabeth Lagneaux von der Wyss Academy for Nature installieren Bodenfeuchtesensoren zur Überwachung von Agroforstsystemen.
Luis Farfán und Elisabeth Lagneaux von der Wyss Academy for Nature installieren Bodenfeuchtesensoren zur Überwachung von Agroforstsystemen. / Foto: Alex Huarecallo

Finanzieller Überblick

  • 2025 war ein Jahr des geplanten Übergangs. Die Projektumsetzung blieb auf hohem Niveau, während sich die Organisation auf ihre nächste strategische Phase vorbereitete. Das Finanzergebnis spiegelt bewusste Entscheidungen wider – eine einjährige kostenlose Verlängerung der Förderperiode, die die Kernfinanzierung auf einen längeren Horizont verteilt, sowie die plangemässe Verwendung des in der Aufbauphase angesammelten Eigenkapitals. Die Grundlage für 2026 ist solide.

    A woman artisan in Mahalevona creating woven raffia work by hand.