Stewardship-Initiativen für Natur und Mensch in Waldgrenzgebieten
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Stewardship-Initiativen für Natur und Mensch in Waldgrenzgebieten
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Die Landwirtschaft im Schutzgebiet Nam Tien hat sich unkontrolliert ausgebreitet und dazu geführt, dass heute nurmehr 40 Prozent der Fläche bewaldet ist. Den für den Schutz des Gebiets verantwortlichen lokalen und regionalen Behörden fehlt es häufig an Ressourcen, Kapazitäten und auch Durchsetzungskraft. So fallen die Waldgebiete an vielen Orten nicht nachhaltigen Anbaupraktiken zum Opfer. Angebaut werden unter anderem Mais, Maniok, Bananen, Wassermelonen und Kautschuk. In der Folge verschwinden Wildtiere, der Boden erodiert, Wasser wird verschmutzt und sein Fluss unterbrochen. Gleichzeitig profitieren auch die Bauernfamilien nur schwerlich von dieser Strategie, denn sie sind der Unberechenbarkeit der Märkte ausgesetzt und kämpfen mit unsicheren Einkommensverhältnissen. Zusätzlichen Druck erzeugt ein ausländischer Investorenkreis: Ungeachtet weiterer Belastungen für die Natur und Herausforderungen für die lokalen Gemeinschaften nimmt er Waldflächen für grossflächige Landwirtschaft ins Visier.
Die Wyss Academy begegnet diesen problematischen Entwicklungen im Schulterschluss mit Vertretenden von lokalen Behörden, Gemeinschaften, des privaten Sektors und von Forschenden. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Natur zu entwickeln, die zugleich den Menschen zugutekommen. Die laufenden Projekte sind eng miteinander verknüpft und fokussieren sich auf neue Geschäftsmodelle für den Naturschutz sowie eine gemeinschaftliche Verwaltung der Schutzgebiete. Zudem werden einerseits innovative agroforstwirtschaftliche Methoden erprobt, um den Baumbestand wiederherzustellen. Andererseits schaffen die Beteiligten naturverträgliche Einkommensmöglichkeiten für die Menschen vor Ort, wobei technische, markt- und bildungsorientierte Ansätze miteinander verbunden werden.
«Im Verlauf des Jahres 2025 konnten wir sehen, wie unsere Arbeit mit Schulen und der Bildungsverwaltung zur Unterstützung lokaler Lebensgrundlagen an Fahrt aufgenommen hat. Viele unserer Ansätze haben sich im Alltag verankert. Unsere Partner am Elephant Conservation Center und am Technical Service Centre verfügen heute über Mittel und Kapazitäten, um ihre Naturschutz- und Entwicklungsarbeit zu vertiefen. Zu verdanken ist das auch der Zusammenarbeit mit unserer chinesischen Partnerorganisation, dem Kunming Institute of Biodiversity, sowie dem Department of Land Administration and Management vor Ort. Wir sind auf die Grundlagen stolz, die durch starke lokale Partnerschaften entstanden sind. Doch der aktuelle wirtschaftliche und politische Kontext setzt breiteren strukturellen Veränderungen klare Grenzen. Mit begrenzten Ressourcen richten wir unsere Arbeit somit stärker auf die Bereiche aus, in denen das Potenzial für langfristige systemische Wirkung am grössten ist.»
Horst Weyerhaeuser
Former Hub Southeast Asia Director
Wichtigste Erfolge im Jahr 2025
Im Jahr 2025 wurde die enge Zusammenarbeit mit Schulen rund um Nam Tien in Xayabury fortgesetzt. Dabei ging es bei Lehrpersonen und Schüler*innen unter anderem darum, sie zu befähigen, eigenverantwortlich den Bereich der Umweltbildung zu leiten. Mitarbeitende des Agricultural Technical Service Center haben agroforstwirtschaftliche Trainings erhalten – so können sie ihre Unterstützung für lokale Gemeinschaften ausbauen. Parallel dazu zeigte die neue mobile Wildtierklinik WILDMED, wie sie das Wildtierrettungssystem in Laos sinnvoll ergänzt – auch an der Seite des Programms Education, Conservation and Research (ECORE). WILDMED hat zudem dazu beigetragen, das Lao Elephant Conservation Center (ECC) als Anlaufstelle für lokale und regionale Biodiversitätsforschung und Umweltbildung weiterzuentwickeln.
Dabei war zu beobachten, dass die Lage in Laos immer komplexer wird. Um strukturelle Veränderungen im grösseren Massstab anzustossen, braucht es dauerhaft politische Abstimmungen und wirksame Durchsetzungskapazitäten. Beides wird durch wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen geprägt. Vor diesem Hintergrund wird der Schwerpunkt auf die Bereiche gelegt, in denen die Wyss Academy durch ihre Arbeit und im Rahmen begrenzter Ressourcen den grösstmöglichen Beitrag zu einem systemischen Wandel leisten kann. Natürlich haben langfristige Verpflichtungen Bestand – etwa gegenüber Partnerorganisationen und lokalen Kapazitäten, die in Nam Tien aufgebaut wurden
Wichtigste Ergebnisse
- Umweltbildung in Xayabury auf dem Weg zur Eigenverantwortung
- Wildtierklinik WILDMED ergänzt den Tierschutz an der Frontlinie der Wildtiermedizin in Laos
- Lokale Kapazitäten für Agroforstwirtschaft in Xayabury
lokale und internationale Partnerorganisationen 15
Partnerschulen erhielten im Juli 2025 Green School-Zertifikate 5
teachers trained in environmental education in the past two years 229
Projekte in diesem Solutionscape
Entwicklung naturverträglicher Landnutzung und Lebensgrundlagen
Entwicklung naturverträglicher Landnutzung und LebensgrundlagenInnovative Lösungen für den Schutz der Biodiversität
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Waldgrenzen gemeinsam gestalten – Wissen teilen, Verantwortung übernehmenStakeholder-Netzwerkanalyse für systemische Transformation
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