Umweltgerechtigkeit in einem abgelegenen globalen Biodiversitäts-Hotspot
Solutionscape

Umweltgerechtigkeit in einem abgelegenen globalen Biodiversitäts-Hotspot
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Das Mahalevona-Tal erstreckt sich vom Ozean bis in die Berge, direkt neben dem Masoala-Nationalpark – in einer der artenreichsten Regionen der Welt, die Tier- und Pflanzenarten beherbergt, die sonst nirgendwo zu finden sind. Dieser ökologische Reichtum geht mit tiefgreifenden sozioökonomischen Einschränkungen einher: Viele lokale Gemeinschaften leben in grosser Armut und haben nur begrenzten Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Märkten. Die Bevölkerung kann Landwirtschaft nur auf beschränkten Flächen in Pufferzonen von Schutzgebieten betreiben, die zudem sehr ungleich verteilt sind. Insbesondere jüngere Generationen stehen vor grossen Schwierigkeiten, ihre Lebensgrundlagen zu sichern. Ohne Zugang zu weiterem Land oder eine Entschädigung dafür, dass der Wald erhalten wird, sehen sich viele Menschen dazu gezwungen, Wälder zu roden, um im Wanderfeldbau Bergreis anzupflanzen oder kommerzielle Kulturen wie Vanille und Gewürznelken anzubauen. Die Isolation der Region schafft weitere Hürden, da sie den Zugang zu Märkten, Infrastruktur und technischem Wissen erschwert. Naturschutz und der Anbau von Exportkulturen werden häufig von unkoordinierten, externen Akteur*innen geprägt, deren Agenden sich zum Teil stark widersprechen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, arbeitet die Wyss Academy in enger Zusammenarbeit mit ihrer wichtigsten Partnerorganisation daran, den Zugang zu Land im Rahmen der Verwaltungsstrukturen gerechter zu gestalten und landwirtschaftliche sowie weitere Ertragsquellen weiterzuentwickeln – darunter Wertschöpfungsketten für Schlüsselprodukte und -dienstleistungen. Angesichts der Grenzen einer solchen Bioökonomie in einem abgelegenen Tal richten sich die Anstrengungen auch auf die Diversifizierung der Einkommen. Etwa die Seidenproduktion und eine bessere digitale Anbindung sollen helfen, die regionale Wirtschaft zu beleben und die Isolation zu verringern.
Das Jahr 2025 markiert einen Wendepunkt – es gab uns Anlass zum Innehalten, zu reflektieren und uns neu auszurichten. Wir haben unsere Theory of Change geschärft und die entscheidende Rolle anerkannt, die starke Kompetenzen in Monitoring und Lernen für eine fundierte und effiziente Bewertung der Wirkung spielen. Damit haben wir die Grundlage für ein bewussteres und evidenzbasiertes Handeln in der nächsten Phase geschaffen.
Wichtigste Erfolge im Jahr 2025
Im Jahr 2025 ging es um die Festigung und den Ausbau bestehender Aktivitäten, wobei ein bewusster Schwerpunkt auf Partnerschaften, Dialog und institutionelle Verankerung gelegt wurde. Das Engagement wurde auf Akteur*innen aus dem Privatsektor, Umsetzungspartner*innen und innovationsorientierte Organisationen ausgeweitet. Dadurch ist eine zukunftsgerichtete Dynamik entstanden – insbesondere in Bezug auf naturfördernde Wertschöpfungsketten, gemeinschaftsbasiertes Lernen und politikrelevanten Austausch. Eine Reihe von Stakeholder-Veranstaltungen und gemeinsamen Workshops schuf Räume für Austausch, Reflexion und gemeinsames Handeln. Akteur*innen, die in derselben Landschaft und dort oft unabhängig voneinander arbeiten, konnten so ihre Rollen besser klären und Bereiche definieren, in denen eine stärkere Koordination nötig ist.
Zudem konnte eine wichtige Grundlage für künftiges Monitoring und Lernen gelegt werden. Im November 2025 wurde eine Basiserhebung durchgeführt, die einen Referenzpunkt schafft, um Fortschritte und Wirkung in den kommenden Jahren zu beurteilen.
Wichtigste Ergebnisse
- Im Mahalevona-Tal entstehen nachhaltige Wertschöpfungsketten in Kooperation mit dem Privatsektor
- Die gemeinschaftsbasierten Wissenszentren Ivo-toerana Mirohy unterstützen die Entwicklungspfade
- Allianz mit der Schweizer Botschaft schafft Dialog und mehr Sichtbarkeit
Besuche in den Gemeinschaftszentren (Kompetenzentwicklung im Bereich Digitalisierung) 6814
Teilnehmende an Schulungen (u.a. für digitale Kompetenzen) 945
Im Mahalevona-Tal entstehen nachhaltige Wertschöpfungsketten in Kooperation mit dem Privatsektor 64








