Wie Frauen in Nordkenia Land und Lebensgrundlagen wiederherstellen

Impact Story

Veröffentlichungsdatum: 20. Mai 2026

In Ol Gaboli trägt die von Frauen geführte Imkerei zum Haushaltseinkommen bei und ist mit Wiederherstellung und Standortmanagement verknüpft.

Teil des Solutionscape

Viehhaltung und Wildtiere in semiariden Landschaften

Viehhaltung und Wildtiere in semiariden Landschaften

Wie Frauen in Nordkenia Land und Lebensgrundlagen wiederherstellen

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Teil des Solutionscape

Viehhaltung und Wildtiere in semiariden Landschaften

Viehhaltung und Wildtiere in semiariden Landschaften

Veröffentlichungsdatum: 20. Mai 2026

Die Naibunga-Landschaft im Norden Kenias erzählt eine ganz neue Geschichte – von Frauen, die ihr Land wiederherstellen und damit neue Perspektiven für ihre Gemeinschaften schaffen. In Ol Gaboli, einem der zwei Solutionscape-Pilotstandorte Naibunga und Oldonyiro des Hubs Ostafrika, steuert heute ein 35 Frauengruppen repräsentierendes Komitee die Entwicklung und Bewirtschaftung der Flächen.

Ihr Mandat kam über das Community Land Management Committee zustande, nach einem 18-monatigen partizipativen Prozess, der traditionelle Normen und formale Regeln gleichermassen berücksichtigte und Entscheidungen sowohl bei den Gemeinschaften als auch in den Gegebenheiten des Landes verankerte. Rund um diesen Kern arbeitet eine Koalition für den Wandel: Führungspersonen aus Conservancies und County-Planungsstellen, Partner*innen aus dem privaten Sektor und lokale Monitoring-Teams verfolgen einen gemeinsamen Plan.

Blick über den Pilotstandort Ol Gaboli, wo Aloe- Pflanzungen neben Bienenstöcken stehen, die für die Honigproduktion und zur Abschreckung von Elefanten genutzt werden.
Blick über den Pilotstandort Ol Gaboli, wo Aloe- Pflanzungen neben Bienenstöcken stehen, die für die Honigproduktion und zur Abschreckung von Elefanten genutzt werden. / Foto: Amanda Koech

In Ol Gaboli werden Wiederherstellung und Lebensgrundlagen gemeinsam entwickelt. Wenn Frauen halbmondförmige Erdwälle anlegen, sammelt sich in deren Bögen das knappe Regenwasser. Das belebt Gräser und schafft neue Weideflächen. Entlang der Walllinien pflanzen sie Aloe vera: Tiefe Wurzeln stabilisieren den Boden, und die Blätter bilden die Grundlage für naturbasierte Kosmetikprodukte, die vor Ort das Einkommen der Frauen diversifizieren. Rund um den Standort bilden Bienenstöcke einen lebendigen Zaun: Das Summen schreckt Elefanten ab und die Bienen produzieren Honig, den Frauengenossenschaften inzwischen direkt an ihre Abnehmer*innen liefern. Eine nahegelegene Grassamenbank für klimaresiliente Arten schliesst den Kreislauf, da die Samen für künftige Wiederherstellungsmassnahmen sehr wertvoll sind. In dieser Landschaft verstärkt jede einzelne Massnahme eine nächste – ökologische Erneuerung und wirtschaftliche Chancen erwachsen aus demselben Boden.

Was Ol Gaboli besonders macht, ist die Verbindung all dieser Elemente – keines davon funktioniert isoliert, eine Wirkung entsteht erst aus dem Zusammenspiel. Hier ermöglicht die ökologische Regeneration einen Zugang zu profitablen Märkten, das Management seitens der Frauen ist geprägt durch Selbstverwaltung, lokales Wissen verbindet sich mit wissenschaftlicher Evidenz. Ol Gaboli ist damit zu einem Lernraum für systemische Veränderung geworden – zu einem Ort, an dem die Wiederherstellung der Flächen, Unternehmertum und gesellschaftliche Zusammenarbeit so zusammenkommen, dass Vorteile für Natur und Mensch entstehen.

Vertreterinnen der Frauengruppe und Partner in Ol Gaboli, wo ein gemeinschaftliches Mandat die von Frauen geführte Bewirtschaftung des Pilotstandorts stützt.
Vertreterinnen der Frauengruppe und Partner in Ol Gaboli, wo ein gemeinschaftliches Mandat die von Frauen geführte Bewirtschaftung des Pilotstandorts stützt. / Foto: Jackson Kuntayo

Der Wandel zeigt sich nicht nur in der Landschaft, sondern auch in den Beziehungen. Indem sich die Vertreterinnen der Frauengruppen organisieren, aktiv handeln und gemeinsam Verantwortung übernehmen, verändert sich der Umgang der Gemeinschaften mit der Natur – und miteinander. Was als Pilotstandort begann, hat sich zu einem Referenzbeispiel dafür entwickelt, was kollektives Handeln bewirken kann.