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Ersatzrohstoffe in der Kreislaufwirtschaft


HUB BERN | Projekt AWA-1




Unser Ziel:

Durch vertiefte Materialuntersuchungen das Verwertungspotential von mineralischen Abfällen abschätzen und in Zusammenarbeit mit der Industrie die Verwertungsrate von Sekundärrohstoffen in der Bauwirtschaft erhöhen (z.B. bei der Klinkerproduktion) und neue Anwendungen finden. Damit werden Primärrohstoffe geschont und Stoffkreisläufe geschlossen.


Wie es bei der Metallrückgewinnung aus Kehrichtschlacke heute bereits «Stand der Technik» ist, die Metalle zu separieren und in den Stoffkreislauf zurückzuführen, sollen z.B. auch für die zurückbleibenden mineralischen Rückstände die Grundlagen für eine Verwertung geschaffen werden. Foto: Mirjam Wolffers

Darum geht es:

Ein Grossteil der Abfallmenge in der Schweiz - und im Kanton Bern - sind mineralische Abfälle in Form von Aushub-, Ausbruch- und Rückbaumaterialien, welche heutzutage in grossen Mengen deponiert werden, da oftmals keine direkte Verwertung möglich ist. Ein weiterer, nicht unbeträchtlicher mineralischer Abfallstrom sind die Verbrennungsrückstände aus Kehricht- und Holzverbrennungsanlagen. Aus den Kehrichtverbrennungsrückständen werden heute lediglich die Metalle zurückgewonnen, der gesamte mineralische Anteil dieser Rückstände wird auf Deponien abgelagert und geht damit für den mineralischen Rohstoffkreislauf verloren.


Dies belastet das begrenzte Deponievolumen der Schweiz stark, zudem gehen wertvolle Rohstoffe für den mineralischen Rohstoffkreislauf verloren. Die Beschaffung von neuen Baumaterialien, sogenannten Primärrohstoffen, ist sehr Energie- und CO2-intensiv. Deren Wiederverwertung reduziert die Abfallmenge sowie die Umweltbelastung. Die dadurch entstandenen Sekundärrohstoffe können wieder in der einheimischen Bauindustrie eingesetzt werden. Viele Abbruchmaterialien, welche heute als «minderwertig» eingestuft werden, haben dennoch ein Potential für die Wiederverwertung. Um also primäre Rohstoffreserven zu schonen und weitere Kreisläufe zu schliessen, muss das Silodenken aufgebrochen werden.


Dieses Projekt leistet einen wertvollen Beitrag zur Schliessung von Rohstoffkreisläufen, indem es die nötigen Grundlagen für die Verwertung von Sekundärrohstoffen schaffen will. Es identifiziert und charakterisiert alle heute im Kanton Bern zur Verfügung stehenden mineralischen Primär- und Sekundärrohstoffe, um das Potential für deren Verwertung, Recycling und Up-Cycling in der Bauindustrie abzuschätzen. Damit ein Sekundärrohstoff (z.B. Rückbaumaterial) eine Primärressource (z.B. Kies) ersetzen kann, muss er konkrete Anforderungen erfüllen. Die nötigen Anforderungen für eine Weiterverarbeitung zum Sekundärrohstoff werden gemeinsam mit der verwertenden Industrie (z.B. Zementwerke) identifiziert.


Um den immer knapper werdenden Deponieraum in der Schweiz zu schonen, ist eine Rückführung von verwertbaren Abfällen in den Materialkreislauf unabdingbar. Das Projekt soll hierbei die nötigen Grundlagen schaffen, um die Verwertungsrate gerade in der Bauindustrie erhöhen zu können. Foto: Urs Eggenberger

Aufbauend auf die erste Phase der Untersuchung des Verwertungspotentials werden in einer zweiten Phase konkrete Umsetzungsversuche (z.B. im Labor- und Pilotmasstab) stattfinden. Das Projekt soll zur Wissensgrundlage für den Weg zur Herstellung eines komplett aus Sekundärrohstoffen bestehenden Klinkers beitragen und weitere neue Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen national sowie international anwendbar sein.


Konkrete Umsetzungen sind u.a. beim Einsatz im Zementwerk angedacht und sollen einen wichtigen Beitrag für die nötigen Grundlagen schaffen auf dem Weg hin zu einem Klinker, der ganzheitlich aus Sekundärrohstoffen produziert wird. Foto: Urs Eggenberger

 

In Zusammenarbeit mit:

Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern (AWA)

Mit Unterstützung durch die IT-Firma Fink & Partner: LIMS-Software