Lösungen für nachhaltige Wasserressourcen und den Schutz der Biodiversität

Von Links nach Rechts, erste Reihe: Maximilian Möller (OpenForests Partner), Jan Göpel; Zweite Reihe: Chantal Hari, Margaret Owuor, Marie-Estelle Demory, Edouard Davin, Alex Kimiri, Marcel Wälti, Cornelius Okello. Kenya, Oktober 2024.
Von Links nach Rechts, erste Reihe: Maximilian Möller (OpenForests Partner), Jan Göpel; Zweite Reihe: Chantal Hari, Margaret Owuor, Marie-Estelle Demory, Edouard Davin, Alex Kimiri, Marcel Wälti, Cornelius Okello. Kenya, Oktober 2024.

Lösungen für nachhaltige Wasserressourcen und den Schutz der Biodiversität

  • Unser Ziel

    Wissenschaftliche Erkenntnisse erarbeiten, die Landschaftswiederherstellung und nachhaltiges Wassermanagement im Einzugsgebiet des Ewaso Ng'iro North in Kenia unterstützen – durch die Verbindung von lokalem Wissen mit Klima- und Naturschutzwissenschaft, um naturbasierte Lösungen zu entwickeln, die Ökosystemen und den Gemeinschaften zugutekommen.

  • Zahlen

    Das Projekt wurde am 1. November 2022 gestartet und ist derzeit in Arbeit.

Zusammenfassung

Wasserknappheit ist in Kenia eine wachsende Bedrohung für über 18 Millionen Menschen. Sinkende Wasservorkommen, Bevölkerungswachstum, rasche Urbanisierung, Klimawandel und nicht nachhaltige Landnutzung degradieren Ökosysteme und verringern die Biodiversität im ganzen Land.

Das Einzugsgebiet des Ewaso Ng'iro North erstreckt sich vom Mount Kenya bis zu den Feuchtgebieten im Unterlauf und umfasst fast ein Drittel Kenias. Es gehört zu den Regionen, die am stärksten von Wasserknappheit betroffen sind. Das Projekt untersucht die Dynamiken der Wasser- und Landbewirtschaftung in dieser Landschaft und entwickelt gemeinsam mit lokalen Akteurinnen und Akteuren naturbasierte Lösungen, um Umweltdegradierung entgegenzuwirken und Wasserflüsse sowie Vegetation in halbtrockenen Gebieten wiederherzustellen. Ziel ist es, lokal angepasste, nachhaltige Ansätze zu entwickeln, die Menschen und Natur gleichermassen zugutekommen.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse fliessen direkt in die Landschaftswiederherstellungsarbeit von Hub Ostafrika ein und in übergeordnete politische Diskussionen über Wasser- und Ökosystemmanagement in Trockenregionen weltweit.

Projektverbindungen

  • Teil des Themas

    Systemtransformation

    Systemtransformation
  • Teil des Themas

    Stewardship

    Stewardship
  • Teil des Solutionscape

    Raum für Viehhaltung und Wildtiere unter unsicheren Klimabedingungen in semiariden Landschaften

Zeitleiste

  • Kohlenstoffspeicherung im Boden kann den Wasserstress von Kulturpflanzen in dürregefährdeten Regionen verringern

    News 15. Juni 2026

    Eine neue Studie zeigt, dass ein höherer Gehalt an organischem Kohlenstoff im Boden mehr bewirkt als nur Kohlenstoffspeicherung: Er verändert auch, wie Böden Wasser zurückhalten und verteilen, wobei sich die Vorteile in trockenen und wasserarmen Regionen am deutlichsten zeigen. Geleitet wurde die Forschung von Dr. Inne Vanderkelen und Professor Édouard Davin, gemeinsam mit Marie-Estelle Demory und Myke Koopmans von der Wyss Academy for Nature sowie mit der Universität Bern und dem National Center for Atmospheric Research in den USA. Mithilfe eines globalen Landoberflächenmodells führte das Team Simulationen auf Basis realistischer Szenarien zur Kohlenstoffspeicherung im Boden durch, darunter eines, das sich an der internationalen Initiative „4 per 1000" orientiert. Diese strebt an, die Vorräte an organischem Kohlenstoff im Boden um 0,4 % pro Jahr zu erhöhen und so zum Klimaschutz beizutragen.Die Ergebnisse zeigen, dass kohlenstoffreichere Böden mehr Wasser im Wurzelraum speichern und den Wasserstress der Pflanzen verringern. Gleichzeitig fliesst weniger Wasser oberflächlich ab, sodass mehr davon den Pflanzen und der Verdunstung zugutekommt. Im globalen Mittel sind die Effekte zwar gering, doch sie sind konsistent und am stärksten in Regionen ausgeprägt, die bereits mit Wasserknappheit konfrontiert sind, etwa im Westen der USA, in der Sahelzone und in Teilen des südlichen Afrikas.Die Studie liefert weitere Belege dafür, dass naturbasierte Lösungen mehrere Vorteile zugleich bringen können. Die Kohlenstoffspeicherung im Boden, so legt die Studie nahe, sollte nicht nur als Strategie zum Klimaschutz verstanden werden, sondern auch als Instrument zur Klimaanpassung, das Ökosystemen und landwirtschaftlichen Systemen hilft, widerstandsfähiger gegen Dürre zu werden, insbesondere dort, wo Wasser bereits knapp ist.Die Forschung stärkt die wissenschaftliche Grundlage für ein integriertes Landmanagement, das Klimaresilienz, nachhaltige Landnutzung und Wassersicherheit gemeinsam angeht.Sie wurde am 11. Juni 2026 in Biogeosciences veröffentlicht (Bd. 23, S. 3829–3854; DOI: 10.5194/bg-23-3829-2026).

  • Projektupdate 17. Februar 2026

  • From practice to public evidence: monitoring nature-based solutions for Kenya’s water

    News 3. November 2025

    The authors propose three pillars that work together: Adaptive, co-designed monitoring through living labs connects local practice to agreed protocols and continuous learning, so datasets are consistent over time and anchored in place. A national, open NbS repository built on FAIR principles makes vegetation, hydrology, and household water metrics findable, citable, and verifiable, which allows results to be checked, compared, and reused beyond single projects. Standardized indicators embedded in planning and finance ensure county plans, national strategies, and outcome-based instruments track performance in the same way—linking budgets to outcomes rather than activities. The paper also points to practical enablers: long-term monitoring, evaluation, and learning budgets; open-access publishing and co-authorship with practitioners and county officers; and careful attention to land tenure and free, prior, and informed consent to sustain monitoring access and trust. Read alongside our work in Kenya, the emphasis is familiar—pair grounded practice with shared evidence so decisions travel across levels and endure. Ultimately, the value of Kenya’s nature-based solutions will be judged not only by what is built, but by what is learned and shared. Turning monitoring into public evidence—co-designed, comparable, and open—gives communities and authorities a common reference point for decisions and finance. That is how local practice informs policy, and how water governance becomes both more accountable and more resilient over time. 

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  • Neue Entwicklungen im Projekt zu Wasserknappheit

    Projektupdate 23. Mai 2025

  • Zeigen und Erzählen

    Projektupdate 25. November 2024

    [Nanyuki, Kenia] Bei der Wyss Academy stellen wir uns oft die Frage: „Für wen machen wir das?“ Und die Antwort lautet immer begeistert: „Zum Wohl der Natur und der Menschen.“ Doch was heisst das eigentlich?Es bedeutet Zusammenarbeit und Co-Design. Es bedeutet Austausch und Respekt – sowohl in Bezug auf traditionelles als auch auf wissenschaftliches Wissen. Vor allem aber bedeutet es Mitverantwortung. Niemand versteht die Herausforderungen einer Landschaft besser als die Menschen, die in ihr leben. Es ist unsere Aufgabe, auf die Bedürfnisse dieser Menschen zu reagieren, nicht sie zu übergehen.In den letzten Wochen hat der Hub Ostafrika der Wyss Academy seine von Frauen und Jugendlichen getragenen Aktivitäten zur Einbindung der Gemeinschaft in den Countys Laikipia und Isiolo im Norden Kenias intensiviert. Diese wurden von Führungspersonen verschiedener Gemeinschaften, von Gruppen und Bewohner*innen sehr positiv aufgenommen.Gemeinsame Treffen fanden statt mit Manager*innen der Schutzgebiete, Vertreter*innen der County-Regierungen und Frauengruppen sowie Mitgliedern der Weidekomitees und der Community Land Management Committees (CLMCs). Ziel war es, Pilotstandorte für die Aktivitäten des neuen, von Frauen geleiteten Projekts „Powering Local Prosperity through Green Growth“ zu bestimmen. In diesem Zusammenhang geht es um Aktivitäten, die Einkommen generieren und in engem Zusammenhang stehen mit der Gesundheit der Ökosysteme. Sie umfassen Imkerei und Honigprodukte, Aloe-vera-Anbau, Saatgut- und Futterproduktion sowie den Anbau afrikanischer Blattgemüse. Ein Treffen fand im Gemeinschaftsschutzgebiet Lower Naibunga (County Laikipia) statt, ein anderes im Gemeinschaftsschutzgebiet Nannapa (County Isiolo). Beide endeten mit einer Einigung auf einen Pilotstandort in jedem der beiden Gebiete. Ausserdem wurde beschlossen, den Prozess zur Definition der Beiträge aller Anspruchsgruppen und der konkreten Ergebnisse für die teilnehmenden Frauengruppen einzuleiten. Diese Beschlüsse zeigen das Engagement und die Unterstützung der Gemeinschaften für Aktivitäten, die das Zusammenleben von Mensch und Natur fördern – insbesondere durch die Rolle von Frauen als treibende Kräfte.Parallel dazu fanden in Zusammenarbeit mit der lokal verankerten Gruppe Green Earth Warriors (GEWs) Sensibilisierungstreffen zu den mehr als 30'000 halbkreisförmigen Erdwällen statt, die derzeit zur Wiederbegrünung des Gemeinschaftsschutzgebiets Naibunga beitragen. Die Themen umfassten Umsetzung, Governance und Nachhaltigkeit der Erdwälle. Zudem wurde erläutert, wie sich Anwohnende und Gemeinschaftsgruppen an der Überwachung und Pflege der Erdwälle beteiligen können. Dabei wurde auch ein Überblick über die Funktion der Bodensensoren gegeben, die an ausgewählten Erdwällen installiert wurden. Diese Sensoren messen Temperatur- und Feuchtigkeitswerte des Bodens und übermitteln die Daten in Echtzeit an Fachexpert*innen über die explorer.land-Plattform. Anschliessend werden die aufbereiteten Ergebnisse an die Gemeinschaften zurückgespielt. Dieser Kreislauf der Wissensgenerierung und des -austausches stärkt den Co-Design-Prozess von Lösungen zusätzlich. Am Ende der Treffen haben die Teilnehmenden um Updates zu den Ergebnissen im Vier-Monats-Rhytmus geboten.Noch erfreulicher: Unser Ziel, bis Ende 2025 insgesamt 100'000 Halbmondmulden ausgehoben und bepflanzt zu haben, ist in greifbare Nähe gerückt. Die Anwohnenden und mehrere Frauengruppen im Naibunga-Schutzgebiet, mobilisiert von den GEWs, arbeiten intensiv daran, bis Ende Dezember 2024 insgesamt 55'000 halbkreisförmige Erdwälle fertigzustellen. Die Gruppen in Oldonyiro haben sich für denselben Zeitraum ein Ziel von 40'000 Mulden gesetzt. Wir sind stolz auf diesen Fortschritt und das Engagement für die Ökosysteme – und freuen uns darauf, was 2025 bringen wird.

  • Monitoring renaturierter Landschaft

    Projektupdate 17. Oktober 2024

    [NANYUKI, Kenia] Es heisst, Abwechslung sei das Salz des Lebens – und nirgends trifft das mehr zu als in der Natur. Hier ist eine Fülle an Flora und Fauna zu beobachten, komplexen Netzen von Abhängigkeiten innerhalb und zwischen Arten, die ganz verschiedene Lebensformen tragen. Wie in unserem eigenen Leben braucht auch dieses Salz regelmässige Überprüfung: Funktioniert alles wie es soll (Gesundheit) oder braucht es Anpassungen (Veränderung)? Ähnlich dient die Biodiversitätsbewertung dazu, den Zustand des Lebens in einem bestimmten Gebiet zu erfassen und zu beurteilen. Ein Gebiet kann dabei ein Ökosysteme, mehrere Ökosysteme oder Lebensräume umfassen.Die halb-aride Landschaft von Laikipia, Kenia, sieht in Trocken- und Regenzeit völlig unterschiedlich aus – ein Grund für vergleichende Bewertungen, um den unterschiedlichen Bedarf an Schutz und Wiederherstellung zu ermitteln. Deshalb beauftragte die Wyss Academy for Nature in der Naibunga Community Conservancy eine Erhebung in Fragen der Biodiversität und Sozialökologie in Trocken- (Juli/August 2023) und Regenzeit (April 2024). Sie wurde in Zusammenarbeit mit Expert*innenteams der University of Nairobi, des National Museums of Kenya, der Technical University of Kenya und des Directorate of Resource Surveys and Remote Sensing durchgeführt.Diese Biodiversitätsbewertung war die erste ihrer Art in der Naibunga Community Conservancy und untersuchte eine breite Palette taxonomischer Gruppen in einer wiederhergestellten Landschaft. Darunter waren Vögel, Säugetiere, Reptilien, Amphibien, wirbellose Tiere und Pflanzen. Ihr Vorkommen oder Fehlen dient als Indikator für die Gesundheit des Ökosystems.Die Ergebnisse der Erhebungen wurden in einem aktuellen Bericht zusammengefasst. Dieser ist eine wichtige Grundlage, die Wirkung halbkreisförmige Erdwälle zu überwachen. So wird nachvollzogen, welche Rolle die Erdwälle für die Landschaftsrestaurierung und dafür, einkommensschaffende Aktivitäten zu entwickeln. Zudem liefert der saisonale Vergleich wertvolle Daten für die Auswahl von Indikatorarten für ein langfristiges Monitoring von Veränderungen in der Artenzusammensetzung.Zum Thema der Inklusivität im Biodiversitätsschutz meint Professorin Margaret Owuor, renommierte Naturschutzökologin und Leiterin des Forschungsteams Integrative Biodiversity Conservation Science an der Wyss Academy for Nature:

  • Kalibrierung und Einsatz von Bodensensoren in Naibunga und Kuku

    Projektupdate 1. Oktober 2024

    Kalibrierung und Einsatz von Bodensensoren in Naibunga und Kuku gemeinsam mit unseren Partnern von Green Earth Warriors und JustDiggit.Durch die zusätzliche Installation von Bodenfeuchte- und Temperatursensoren an unseren Standorten im Südwesten Kenias sammeln wir mehr Daten, um die Resilienz dieser Landschaften zu belegen. Jede neue Erkenntnis zur Wasserinfiltration bringt uns dem Ziel einer grüneren, wiederhergestellten Erde für alle einen Schritt näher.

  • Nachhaltige Lösungen für Biodiversität und gegen Wasserknappheit im Ewaso-Ng’iro-Becken

    News 24. April 2024

    Naturbasierte Lösungen (NbS) sind Massnahmen, die dem Schuz, der nachhaltigen Bewirtschaftung und der Wiederherstellung natürlicher und veränderter Ökosysteme dienen. Sie tragen dazu bei, gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen und gleichzeitig sowohl das menschliche Wohlergehen als auch die Biodiversität zu fördern. Damit NbS im Bereich Biodiversitätsschutz und Wasserressourcenmanagement wirksam sind, müssen sie sowohl den ökologischen als auch den sozioökonomischen Aspekten einer Landschaft Rechnung tragen.Das Ewaso-Ng’iro-Becken in Kenia ist ein reiches Ökosystem, das den lokalen Gemeinschaften zahlreiche ökologische, soziale und wirtschaftliche Vorteile bietet. Doch Bevölkerungswachstum, Landnutzungswandel, veränderte Konsummuster und andere Faktoren bedrohen sowohl die Ökosysteme als auch die Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Der Klimawandel verschärft diese Herausforderungen zusätzlich. Durch den gezielten Einsatz der NbS ergibt sich die Chance, Biodiversität zu schützen und Wasserknappheit zu begegnen.Ein laufendes Projekt mit halbkreisförmigen Erdwällen in der Naibunga Community Conservancy im Laikipia County ist ein solches Beispiel. Es wurde gemeinsam umgesetzt von der Wyss Academy, JustDiggit und der Community-Gruppe Green Earth Warriors. Ein Jahr nach dem Ausheben der inzwischen 32’000 Erdwälle zeigen erste Monitoring-Ergebnisse Verbesserungen der Vegetationsdecke, vor allem in Bezug auf Gras. Zudem werden alternative Einkommensquellen erprobt.

  • Mehr Wasser in grüneren Landschaften?

    News 22. April 2024

  • Wasserknappheit und Klimawandel: Neue Erkenntnisse aus Nordkenia

    News 5. Dezember 2023