K'erenda Homet öffnet seine Türen: der Familientraum, der Besucher*innen heute mit dem Wald verbindet
News
Veröffentlichungsdatum: 2. Juni 2026

K'erenda Homet öffnet seine Türen: der Familientraum, der Besucher*innen heute mit dem Wald verbindet
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Veröffentlichungsdatum: 2. Juni 2026
In Tambopata beginnt eine neue Art, Tourismus zu erleben: spielerischer, sinnlicher und enger mit dem Wald verbunden. K'erenda Zambrano eröffnet das einzige Interpretationszentrum der Region – mit einer eigenen Erzählung und mit Erkundungsrouten, die dazu einladen, die Biodiversität spielerisch zu entdecken. Was aus der Liebe zum Wald entstanden ist, ist heute ein anderes, praxisnahes und lehrreiches Erlebnis geworden. Mit Unterstützung der Wyss Academy for Nature und von Swisscontact zeigt K'erenda, dass sich Naturschutz auch erfühlen, erlernen und teilen lässt.

Vor mehr als 40 Jahren war der Ort, an dem heute das private Schutzgebiet K'erenda Homet (ACP K'erenda Homet) liegt, noch nicht der Wald, den wir heute sehen. Es war eine Weide: eine offene, veränderte Fläche, auf der die Familie Zambrano einen anderen Weg wählte – den Wald zurückzuholen, ihm neues Leben einzuhauchen und ihn für künftige Generationen zu erhalten.
Mit der Zeit wurde aus diesem Traum auch ein Erlebnis, das es heute mehr Menschen ermöglicht, die Geschichte dieses amazonischen Gebiets zu entdecken, zu durchwandern und zu verstehen.
«Wir sind hier in der Region eine Pionierfamilie im Naturschutz. Meine Familie schützt diesen Wald seit Langem – damit die Menschen den Wald über Neugier, Spiel und Emotion kennenlernen können.»
K'erenda Zabrano
Nur zehn Minuten von der Stadt Puerto Maldonado entfernt, schützt K'erenda Homet rund 35 Hektar Wald. Das Gebiet umfasst Gewässer, überschwemmbare Flächen und hochgelegene Terrassen – stabile, erhöhte Landformen, die über dem Hochwasserzyklus des Flusses liegen. In dieser sich erholenden Landschaft hat die Familie Zambrano ein Leben rund um Naturschutz, Umweltbildung, Forschung und Ökotourismus aufgebaut.
Den Wald verstehen, nicht nur besuchen
Für K'erenda ist das neue Interpretationszentrum ein wahr gewordener Traum: ein Ort, der so gestaltet ist, dass Kinder und Familien sich dem Wald spielerischer, praxisnaher und persönlicher nähern können. Der Besuch beginnt an der Rezeption, wo sich jede Person anmeldet, ein Armband erhält und einen rund 40-minütigen Rundweg betritt. Der Weg lässt sich mit einer Führung oder eigenständig begehen, da alles ausgeschildert ist.
Entlang des Weges finden Besucher*innen Informationstafeln, Erkundungspfade, Tierspuren, Such-Sets und Figuren, die dazu einladen, die Biodiversität spielerisch zu entdecken. Die Inhalte erklären komplexe Themen wie den Wasserkreislauf, die Symbiose, die Funktion des Waldes, die Regeneration des Gebiets, die Tierwelt und das Monitoring der Biodiversität. Es gibt auch Orte zum Gehen, Ausruhen und Fotografieren, etwa den kleinen See im Zentrum und den legendären Ojé-Baum.
In einer Region, in der Tourismus oft nur mit dem Betrachten von Landschaften oder Wildtieren verbunden wird, schlägt das Zentrum einen anderen Weg vor, sich durch den Wald zu bewegen: ihn zu deuten, zu verstehen und sich als Teil von ihm zu fühlen. Entlang des Rundwegs lassen sich auch Bäume, Vögel, Insekten, Pilze, Flechten (Organismen aus Pilzen und Algen) sowie Spuren der Veränderung des Waldes beobachten. Der Wald selbst erzählt einen Teil der Geschichte: Vor Jahrzehnten war dies gerodetes Land, und seine fortlaufende Erholung ist auf Schritt und Tritt sichtbar.
Das ACP K'erenda Homet ist von Mittwoch bis Sonntag geöffnet und nimmt zu anderen Zeiten auch Gruppenreservierungen entgegen. Zudem organisieren einige Agenturen Nachtbesuche mit eigenen Reiseleiter*innen, um im Gebiet Wildtiere zu beobachten.
Für K'erenda ist es das Ziel, dass sich jede besuchende Person wieder mit dem Wald verbindet, seine Funktion versteht und schätzt, was er für die Stadt bedeutet. «Zwischen der Stadt und dem Wald gibt es eine grosse Trennung. Viele Kinder leben in Puerto Maldonado, waren aber noch nie im Wald», erklärt sie. «Die Idee ist, dass sich jede teilnehmende Person als Teil von etwas Grösserem fühlt – Teil eines Waldes, eines Ökosystems – und seinen Wert erkennen kann.»
Das ACP stösst auf wachsendes Interesse bei Fotograf*innen, Forscher*innen, Reiseleiter*innen, Studierenden und Besucher*innen, die K'erenda Homet als zugänglichen Ort nahe der Stadt sehen, an dem sie sich mit dem Wald auseinandersetzen, ihn erforschen und erleben können.
«Meine Eltern arbeiten seit vielen Jahren in diesem Gebiet. Heute gibt es jedoch neue Mittel, um zu zeigen, was wir tun, es sichtbar zu machen und mehr Touristinnen und Besucherinnen im Gebiet zu empfangen. Es erfüllt uns mit Freude zu sehen, dass die Ideen, die wir hatten – etwa das Buch Nümberi y el Guardián del Bosque, die Routen, das Monitoring und die Ausrüstung –, Wirklichkeit werden.»
K'erenda Zabrano


Vom Reto Tambopata zu einer vernetzten Lösung
Im Jahr 2024 wurde der Kofinanzierungswettbewerb Reto Tambopata im Rahmen des Programms Destino Tambopata lanciert – einer Initiative der Wyss Academy for Nature an der Universität Bern und von Swisscontact. Das Programm will Lücken im Tourismussektor Tambopatas schliessen und gemeinsam mit lokalen Unternehmer*innen und Betrieben eine neue Art von Tourismus aufbauen, von der Mensch und Natur gemeinsam profitieren.
Das ACP K'erenda Homet war eine der fünf prämierten Initiativen des Reto, der zeigen wollte, dass Tourismus wirtschaftliche Chancen schaffen kann, ohne den Wert des Waldes aus den Augen zu verlieren. In diesem Fall ermöglichte die Unterstützung, die Infrastruktur zu stärken, das Besuchserlebnis zu verbessern und neue Möglichkeiten zu eröffnen, um ein breiteres Publikum zu erreichen.
Das neue Interpretationszentrum, die Erkundungsrouten, die Beschilderung, die Bildungsmaterialien und das methodische Konzept, das vom Buch Nümberi y el Guardián del Bosque inspiriert ist – einer Kindergeschichte über die Reise eines jungen Mädchens durch den Wald –, gehören zu den greifbaren Ergebnissen, die durch diese Kofinanzierung möglich wurden.
«Vor dem Reto war dieser Ort bereits bekannt, doch es gab viele Einschränkungen, um im Schutzgebiet zu arbeiten und es zu betreiben. Nach dem Reto sind wir stärker geworden. Es hat sehr geholfen, dass sich unsere Besucher*innen in einem viel einladenderen Raum wohler fühlen können.»
K'erenda Zabrano
Der Prozess war für K'erenda und ihre Familie eine Lernerfahrung: Zeit, Ressourcen, Lieferanten, Räume und Prioritäten zu steuern, um Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.
«Manchmal träumen wir viel, und diese Träume auf den Boden zu bringen, ist sehr kompliziert. Wir möchten alles tun, doch nicht alles lässt sich umsetzen. Das war also ein Lernprozess, der uns mit Zufriedenheit erfüllt.»
K'erenda Zabrano

Das Beispiel des ACP K'erenda Homet steht für mehr als eine Verbesserung der Infrastruktur. Es ist ein konkretes Beispiel dafür, dass es möglich ist, wirtschaftliche Chancen zu schaffen, lokale Betriebe zu stärken und vom Wald zu leben, ohne ihn zu zerstören. Es erinnert auch daran, dass Naturschutztourismus über lange Zeit entsteht: durch beständige Bewirtschaftung, neue Partnerschaften, Marktentwicklung und die Ausdauer, immer wieder zu zeigen, was im Gebiet geschieht. Wie K'erenda sagt, geht es nicht darum, heute zu bauen und morgen Besucher*innen zu empfangen, sondern darum, aufmerksam zu bleiben für neue Mittel, Technik, soziale Medien und die Möglichkeiten, die es mehr Menschen erlauben, diesen lebendigen Wald zu entdecken, zu schätzen und sich für ihn zu interessieren.
Das private Schutzgebiet K'erenda Homet liegt bei Kilometer 2,7 der Strasse Tambopata–Isuyama, im Tourismuskorridor von Puerto Maldonado, Madre de Dios. Mehr über Besuche, Routen und Reservierungen erfahren Sie auf Instagram: @kerendahomet.
Text: Claudia Lucero Sánchez