Wege für andere wirksame gebietsbezogene Schutzmassnahmen (OECMs) in den Counties Laikipia, Isiolo und Samburu (Kenia)
News
Veröffentlichungsdatum: 5. Juni 2026

Wege für andere wirksame gebietsbezogene Schutzmassnahmen (OECMs) in den Counties Laikipia, Isiolo und Samburu (Kenia)
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Veröffentlichungsdatum: 5. Juni 2026
Am 25. und 26. Mai 2026 veranstaltete die Wyss Academy for Nature gemeinsam mit der International Union for Conservation of Nature (IUCN), der Kenya Wildlife Conservancies Association (KWCA) und dem State Department for Environment einen zweitägigen Workshop in Nanyuki. Ziel war es, Politik und lokales Handeln zu verbinden – für einen inklusiven Naturschutz, der die Leistungen von Gemeinschaften und privaten Conservancies ausserhalb formaler Schutzgebiete anerkennt.
Der Workshop brachte 42 Teilnehmende zusammen – aus gemeinschaftlichen und privaten Conservancies, aus Behörden, Nichtregierungsorganisationen und Forschungseinrichtungen. Ihr gemeinsames Anliegen war es, den politischen Dialog auf nationaler Ebene mit der Realität vor Ort zu verknüpfen und gemeinsam einen inklusiven, gerechten Naturschutz zu gestalten. Am Ende legten sie konkrete nächste Schritte fest – auf nationaler wie auf lokaler Ebene –, mit denen Kenia seinem 30×30-Ziel unter der CBD näherkommt.


Der Workshop knüpfte an den nationalen Dialog Kenias von 2024 an und fragte, wo OECMs zu den Biodiversitätsverpflichtungen des Landes beitragen und wo noch Lücken bestehen. Die Teilnehmenden gingen der Frage nach, wie OECMs die biologische Vielfalt schützen und den Gemeinschaften zugleich konkret nützen können. Ebenso wollten sie besser verstehen, welche Risiken die lokalen Akteur*innen sehen.
Die Teilnehmenden hoben hervor, wie wertvoll es ist, auch Flächen ausserhalb formaler Schutzgebiete anzuerkennen – Wildtierkorridore, Feuchtgebiete und gemeinschaftseigene Weidegebiete. Solche Räume verbinden Lebensräume, erhalten die Artenvielfalt und sichern Lebensgrundlagen. Eine*r der Teilnehmenden brachte es auf den Punkt: «Schutzgebiete allein reichen nicht aus, um Arten zu schützen. OECMs erkennen die Leistungen an, die Gemeinschaften ohnehin erbringen, und beteiligen sie am Nutzen.»


Die Teilnehmenden blickten zudem über Kenia hinaus: Präsentationen stellten mögliche und bereits ausgewiesene OECMs in Peru und im südlichen Afrika vor. Sie machten deutlich, dass es klare Anreize, gesicherte Landrechte und eine partizipative Gouvernanz braucht. Am zweiten Tag stellte die IUCN ihr standortbezogenes Bewertungsinstrument vor, mit dem die Teilnehmenden mögliche OECMs an internationalen Kriterien messen konnten – stets im Einklang mit der freiwilligen, vorherigen und informierten Zustimmung (FPIC).
Die Diskussionen zeigten Optimismus ebenso wie Vorsicht. OECMs können helfen, die geschützte Fläche Kenias zu vergrössern und das 30×30-Ziel zu erreichen. Zugleich betonten die Teilnehmenden: Die Anerkennung darf die Rechte der Gemeinschaften nicht schwächen und nicht zu einer weiteren Ausweisung von oben werden. Vielmehr sollen OECMs das stärken, was bereits funktioniert – indem sie Gemeinschaften handlungsfähig machen, Landrechte sichern und eine gerechte Finanzierung ermöglichen.


The workshop concluded with a clear roadmap for next steps. Key priorities include advancing legal reforms, building deeper trust with Indigenous peoples and local communities, and mobilizing resources to support site-level implementation. Moving forward, participants committed to deepening collaboration across landscapes and institutions, ensuring that OECMs serve as a tool for both biodiversity and social resilience.
The conversation is grounded in work already underway in these landscapes. Across Laikipia, Isiolo, and Samburu, the Wyss Academy and its partners have mapped wildlife and livestock corridors, restored degraded rangeland with communities, and supported nature-based livelihoods. OECMs offer a route to recognize that stewardship in law and policy.
Ultimately, the workshop reinforced the critical link between science, policy, and practice, and pointed to how national commitments can be successfully operationalized through local action. This joint effort contributes to a conservation model in Kenya that prioritizes community voices, enhances ecological connectivity, and establishes robust frameworks for equitable governance.
Der Workshop endete mit klaren Prioritäten: rechtliche Reformen voranzutreiben, das Vertrauen mit indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften weiter aufzubauen und Ressourcen für die Umsetzung vor Ort zu mobilisieren. Die Teilnehmenden wollen ihre Zusammenarbeit über Landschaften und Institutionen hinweg vertiefen, damit OECMs sowohl der biologischen Vielfalt als auch der sozialen Resilienz dienen.
Diese Gespräche knüpfen an Arbeiten an, die in den Landschaften längst laufen. In Laikipia, Isiolo und Samburu haben die Wyss Academy und ihre Partner*innen Wildtier- und Nutztierkorridore kartiert, degradiertes Weideland gemeinsam mit den Gemeinschaften wiederhergestellt und naturbasierte Lebensgrundlagen gefördert. OECMs eröffnen einen Weg, diese Leistungen rechtlich und politisch anzuerkennen.
Letztlich machte der Workshop deutlich, wie eng Wissenschaft, Politik und Praxis zusammenhängen – und wie sich nationale Verpflichtungen durch lokales Handeln in die Tat umsetzen lassen. Diese gemeinsame Arbeit trägt zu einem Naturschutzmodell in Kenia bei, das den Stimmen der Gemeinschaften Gewicht gibt, Lebensräume besser vernetzt und tragfähige Strukturen für eine gerechte Gouvernanz schafft.
Text: Amanda Koech