Wenn das Feuchtgebiet nichts mehr hergibt: Gemeinschaften an vorderster Front der Wiederherstellung in der Gambella-Mara-Landschaft
Projektupdate
Veröffentlichungsdatum: 18. Juni 2026

Teil des Projekts
Restoration of the wetland and ecosystems connectivity
Restoration of the wetland and ecosystems connectivityWenn das Feuchtgebiet nichts mehr hergibt: Gemeinschaften an vorderster Front der Wiederherstellung in der Gambella-Mara-Landschaft
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Teil des Projekts
Restoration of the wetland and ecosystems connectivity
Restoration of the wetland and ecosystems connectivityVeröffentlichungsdatum: 18. Juni 2026
«Das Feuchtgebiet hat uns früher ernährt, unsere Tiere getränkt und unsere Gemeinschaften zusammengehalten. Heute brennen unsereKinder Holzkohle, weil das Feuchtgebiet uns nicht mehr versorgen kann.»
Diese Worte eines älteren Mitglieds der Gemeinschaft in der Gambella-Mara-Landschaft beschreiben eine Herausforderung, die sich nicht mit einer einzigen politischen Massnahme lösen lässt. Was sich hier abspielt, ist nicht nur ein ökologisches Problem. GeschädigteÖkosysteme, schwindende Lebensgrundlagen und ein nachlassender gesellschaftlicher Zusammenhalt verstärken sich gegenseitig – einKreislauf, der sich mit jeder Saison schwerer durchbrechen lässt.
Eine Landschaft unter Druck
Das Gambella-Feuchtgebiet lieferte einst verlässlich Wasser, fruchtbares Weideland und stabile Lebensbedingungen für die Gemeinschaften in der Region. Heute ist das Ökosystem durch jahrzehntelange Landnahme, unkontrollierte Besiedlung und Übernutzungstark verändert. Wasser ist inzwischen vielerorts knapp. Die Erträge der Viehhaltung sind zurückgegangen. Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren nehmen zu, weil schrumpfende Lebensräume die Tiere näher an die Siedlungen drängen. Und weil es kaum Alternativengibt, brennen viele Menschen Holzkohle oder betreiben kleinflächige Landwirtschaft entlang der Flüsse. Beides beschleunigt genau jeneSchädigung, die ihre Lebensgrundlage ohnehin bedroht.
Eine kürzlich durchgeführte Kartierung und Bestandsaufnahme in der Landschaft machte das Ausmass dieser Verflechtung sichtbar. Sie brachte aber noch etwas Unerwartetes zutage: gut organisierte, entschlossene Gemeinschaften, die bereits daran arbeiten, das Blatt zuwenden.
Lokale Akteur*innen, echte Hürden
Das Destiny Empowerment Youth Forum organisiert Baumpflanzaktionen und fördert die Imkerei als alternative Erwerbsquelle. Die von Frauen geführte Gruppe Kiremu Kaichweri gewinnt Honig aus vier Bienenstöcken – rund 20 Kilogramm pro Stock und Jahr. Das liegt weit unter dem, was die Frauen erreichen könnte, denn es fehlt an technischer Schulung, und die Sicherheitslage bleibt angespannt. Ihre Baumschule lieferte einst Setzlinge und Einkommen – doch seit 2015 leidet sie stark unter dem Wassermangel.
Diese Bemühungen sind klein im Umfang, aber nicht in ihrer Bedeutung. Sie sind erste Bausteine für Lebensgrundlagen, die auf einergesünderen Landschaft beruhen – unterfinanziert und fragil, aber solide angelegt.

Worauf es jetzt ankommt
Die Kartierung bestätigte: Die Gemeinschaftsgruppen in der Gambella-Mara-Landschaft verstehen das Problem, sind bereit zu handeln – und werden vielerorts bereits aktiv. Was ihnen fehlt, sind technisches Know-how, Zugang zu Finanzierung und institutionelle Unterstützung, um funktionierende Ansätze auszubauen und weiterzutragen. Hier kommt die Politik ins Spiel. Wiederherstellung in Landschaften wie Gambella scheitert nicht an fehlendem ökologischem Wissen oder am fehlenden Willen der Gemeinschaften. Sie kommt ins Stocken, wenn in Lebensgrundlagen weniger investiert wird als in Ökosysteme – obwohl beide in der Praxis untrennbar zusammengehören.
Genau darauf baut die Arbeit der Wyss Academy hier auf – im Rahmen des Schwerpunkts von Hub Ostafrika auf Wasser, Feuchtgebiete und Allmenden. Dauerhafter Naturschutz braucht gemeinsam entwickelte Lösungen, die ökologische und menschliche Systeme zusammen denken. Gemeinsam mit Gruppen wie dem Destiny Empowerment Youth Forum und der Gruppe Kiremu Kaichweri, und gestützt auf die Erkenntnisse aus Kartierung und Bestandsaufnahme, geht es vor allem darum, die Gemeinschaften bei dem zu unterstützen, was sie bereits begonnen haben – und zu lernen, wie sich diese Arbeit erhalten und ausweiten lässt. Die Gemeinschaften der Gambella-Mara-Landschaft handeln bereits. Worum sie bitten, sind Investitionen, die ihrem Einsatz gerecht werden.
Article co-written by Joseph Ombega and Daria Vuistiner. Edited by Predrag Tripkovìc.
Team
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Joseph Ombega
Associated Researcher
