Kohlenstoffspeicherung im Boden kann den Wasserstress von Kulturpflanzen in dürregefährdeten Regionen verringern

News

Veröffentlichungsdatum: 15. Juni 2026

Foto: Daria Vuistiner

Teil des Projekts

Solutions for Sustainable Water Resources and Biodiversity Conservation

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Kohlenstoffspeicherung im Boden kann den Wasserstress von Kulturpflanzen in dürregefährdeten Regionen verringern

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Veröffentlichungsdatum: 15. Juni 2026

Eine neue Studie zeigt, dass ein höherer Gehalt an organischem Kohlenstoff im Boden mehr bewirkt als nur Kohlenstoffspeicherung: Er verändert auch, wie Böden Wasser zurückhalten und verteilen, wobei sich die Vorteile in trockenen und wasserarmen Regionen am deutlichsten zeigen. 

Geleitet wurde die Forschung von Dr. Inne Vanderkelen und Professor Édouard Davin, gemeinsam mit Marie-Estelle Demory und Myke Koopmans von der Wyss Academy for Nature sowie mit der Universität Bern und dem National Center for Atmospheric Research in den USA. Mithilfe eines globalen Landoberflächenmodells führte das Team Simulationen auf Basis realistischer Szenarien zur Kohlenstoffspeicherung im Boden durch, darunter eines, das sich an der internationalen Initiative „4 per 1000" orientiert. Diese strebt an, die Vorräte an organischem Kohlenstoff im Boden um 0,4 % pro Jahr zu erhöhen und so zum Klimaschutz beizutragen.

Die Ergebnisse zeigen, dass kohlenstoffreichere Böden mehr Wasser im Wurzelraum speichern und den Wasserstress der Pflanzen verringern. Gleichzeitig fliesst weniger Wasser oberflächlich ab, sodass mehr davon den Pflanzen und der Verdunstung zugutekommt. Im globalen Mittel sind die Effekte zwar gering, doch sie sind konsistent und am stärksten in Regionen ausgeprägt, die bereits mit Wasserknappheit konfrontiert sind, etwa im Westen der USA, in der Sahelzone und in Teilen des südlichen Afrikas.

Die Studie liefert weitere Belege dafür, dass naturbasierte Lösungen mehrere Vorteile zugleich bringen können. Die Kohlenstoffspeicherung im Boden, so legt die Studie nahe, sollte nicht nur als Strategie zum Klimaschutz verstanden werden, sondern auch als Instrument zur Klimaanpassung, das Ökosystemen und landwirtschaftlichen Systemen hilft, widerstandsfähiger gegen Dürre zu werden, insbesondere dort, wo Wasser bereits knapp ist.

Die Forschung stärkt die wissenschaftliche Grundlage für ein integriertes Landmanagement, das Klimaresilienz, nachhaltige Landnutzung und Wassersicherheit gemeinsam angeht.

Sie wurde am 11. Juni 2026 in Biogeosciences veröffentlicht (Bd. 23, S. 3829–3854; DOI: 10.5194/bg-23-3829-2026).

Current Global drought risk, averages for period 1901-2010
Current Global drought risk, averages for period 1901-2010 / Foto: M.A., A. Mukherji, M. Arfanuzzaman, R.A. Betts, A. Gelfan, Y. Hirabayashi, T.K. Lissner, J. Liu, E. Lopez Gunn, R. Morgan, S. Mwanga, and S. Supratid

Figure 4.9 in Caretta, M.A., A. Mukherji, M. Arfanuzzaman, R.A. Betts, A. Gelfan, Y. Hirabayashi, T.K. Lissner, J. Liu, E. Lopez Gunn, R. Morgan, S. Mwanga, and S. Supratid, 2022: Water. In: Climate Change 2022: Impacts, Adaptation, and Vulnerability. Contribution of Working Group II to the Sixth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change [H.-O. Pörtner, D.C. Roberts, M. Tignor, E.S. Poloczanska, K. Mintenbeck, A. Alegría, M. Craig, S. Langsdorf, S. Löschke, V. Möller, A. Okem, B. Rama (eds.)]. Cambridge University Press, Cambridge, UK and New York, NY, USA, pp. 551-712, doi:10.1017/9781009325844.006.