Aus degradiertem Boden eine grüne Zone machen: das Gambella-Feuchtgebiet von Grund auf wiederherstellen
Projektupdate
Veröffentlichungsdatum: 20. Juli 2026

Aus degradiertem Boden eine grüne Zone machen: das Gambella-Feuchtgebiet von Grund auf wiederherstellen
Projektupdate
Veröffentlichungsdatum: 20. Juli 2026
«Was einst eine offene, degradierte Fläche war, ist heute eine blühende grüne Zone, die die Biodiversität schützt und die Wiederherstellung des Ökosystems unterstützt. Bei dieser Arbeit geht es nicht nur um das Heute, sondern darum, die langfristige Stabilität, Produktivität und Gesundheit des Feuchtgebiets und seiner Menschen zu sichern.» – Caroline Ouko, CETRAD
Dieser Wandel geschah nicht über Nacht, und er war nicht das Ergebnis einer einzelnen Massnahme. Er gelang, weil die Menschen, die das Gambella-Feuchtgebiet wiederherstellen, mit der Zeit etwas Grundlegendes verstanden: Das Feuchtgebiet wiederherzustellen bedeutete, weit über das Feuchtgebiet hinauszublicken.
Ein lebenswichtiges Ökosystem unter anhaltendem Druck
Das Gambella-Feuchtgebiet liegt am Fluss Waso Mara, an der Grenze zwischen den Countys Meru und Isiolo. Gespeist wird es von natürlichen Quellen, die vermutlich aus unterirdischen Sickerwassern aus dem Nyambene-Wald stammen. Es entwässert in den grösseren Ewaso Ng'iro North River und schliesslich in den Lorian-Sumpf. Für die Gemeinschaften in dieser trockenen bis halbtrockenen Region war es seit jeher weit mehr als eine Wasserquelle. Es lieferte auch in der Trockenzeit durchgehend Oberflächenwasser, ermöglichte bewässerte Landwirtschaft und beherbergte eine reiche Tier- und Pflanzenwelt – darunter Palmen der Art Phoenix reclinata (Wilde Dattelpalme), Schilf und Kronenkraniche. Zudem diente es in langen Dürreperioden als wichtige Weidereserve.
Mit der Zeit ging diese Funktionsfähigkeit verloren. Die Ausdehnung von Siedlungen, Abholzung, Überweidung und immer häufigere Extremwetterereignisse schädigten das Feuchtgebiet nach und nach. Schwächen in der Governance beschleunigten das unkontrollierte Vordringen in das Gebiet. Aus einer baumbestandenen, artenreichen Graslandschaft wurde ein fragmentiertes Gebiet, das seine ökologischen Funktionen und seine Bedeutung für die lokalen Lebensgrundlagen kaum noch erfüllen konnte.
In Landschaftsdimensionen denken
Als CETRAD und die Wyss Academy 2023 mit der Wiederherstellung begannen, war die erste und wichtigste Erkenntnis zugleich die überraschendste: Ein Ansatz, der nur das Feuchtgebiet selbst in den Blick nahm, konnte nicht funktionieren. Im oberen Einzugsgebiet – dem höher gelegenen Land, das das Feuchtgebiet speist – hatten Waldverlust und die Ausdehnung der Landwirtschaft die Vegetation ausgedünnt, die den Regen zurückhält. So floss mehr Wasser oberflächlich ab, trug Boden fort und schwemmte Sediment in das Feuchtgebiet. Das Feuchtgebiet zu reparieren, ohne die Ursachen weiter oben im Einzugsgebiet anzugehen, hiesse, Symptome zu behandeln und die Ursache unberührt zu lassen.
Das Programm wurde deshalb auf Landschaftsebene angelegt. Es verbindet direkte Wiederherstellungsmassnahmen mit Anstrengungen, die Folgen angrenzender Landnutzungen zu mildern und die tieferliegenden Ursachen der Degradierung anzugehen. Die Stärkung der Governance war von Anfang an Teil des Ansatzes – wobei bestehende Strukturen genutzt und gestärkt statt umgangen wurden.


5000 Bäume und das Wissen dahinter
At the heart of the restoration effort is native tree planting along the riparian zone. Over 5,000 indigenous trees have been planted to date, selected through a process that combined scientific assessment with the knowledge of community elders who remembered the species that once defined the Gambella landscape. That combination proved critical: ecologically sound species selection grounded in lived memory of what the wetland had once been.
A community nursery now supplies seedlings for ongoing planting cycles. Scouts monitor and protect planted seedlings. An inventory of indigenous species suitable for floodplain and riparian restoration has been developed. Community leaders have been identified and trained to champion restoration within their own networks. And the County Environment Committees of both Meru and Isiolo have been engaged to establish formal mechanisms for securing and governing the wetland long term.
Partners in this work include Kenya Forest Service, Kenya Wildlife Service, NEMA, the Water Resources Authority, LAPSSET, ENNDA, and the county governments of Meru and Isiolo.
Im Zentrum der Wiederherstellung steht das Pflanzen einheimischer Bäume entlang der Uferzone. Bislang wurden über 5000 einheimische Bäume gepflanzt. Ausgewählt wurden die Arten in einem Prozess, der wissenschaftliche Beurteilung mit dem Wissen der Ältesten aus den Gemeinschaften verband – Menschen, die sich an die Arten erinnerten, die das Gambella-Feuchtgebiet einst prägten. Gerade diese Verbindung war entscheidend: eine ökologisch fundierte Artenauswahl, verankert in der gelebten Erinnerung daran, was das Feuchtgebiet einmal war.
Eine gemeinschaftlich betriebene Baumschule liefert heute Setzlinge für die laufenden Pflanzzyklen. Aufseherinnen und Aufseher überwachen und schützen die gepflanzten Setzlinge. Ein Verzeichnis einheimischer Arten, die sich für die Wiederherstellung von Auen und Uferzonen eignen, wurde erstellt. Lokale Führungspersönlichkeiten wurden bestimmt und geschult, um die Wiederherstellung in ihren eigenen Netzwerken voranzutragen. Und die Umweltkomitees der Countys Meru und Isiolo wurden einbezogen, um verbindliche Mechanismen zu schaffen, die das Feuchtgebiet langfristig sichern und steuern.
Zu den Partnern dieser Arbeit gehören der Kenya Forest Service, der Kenya Wildlife Service, die NEMA, die Water Resources Authority, LAPSSET, ENNDA sowie die Countyregierungen von Meru und Isiolo.
Was Wiederherstellung wirklich verlangt
Die Erfahrungen aus Gambella verweisen auf etwas Grundsätzlicheres darüber, wie Wiederherstellung in der Praxis funktioniert. Sie ist weder eine einzelne Disziplin noch eine einzelne Massnahme. Sie erfordert, Ökologie, Governance, Lebensgrundlagen und lokales Wissen gleichzeitig zusammenzubringen – getragen von einem gemeinsamen Ziel, das alle Beteiligten anerkennen und mittragen können.
Der Ansatz der Wyss Academy in dieser Landschaft spiegelt genau das wider. Dauerhafte Ergebnisse der Wiederherstellung entstehen nur, wenn man über Systeme hinweg arbeitet statt in Silos – und in jene Governance-Strukturen investiert, die diese Ergebnisse noch lange tragen, wenn die Pflanzarbeit längst getan ist.
