Rückblick auf FLARE: «Die Klimaagenda befindet sich in ihrem fragilsten Moment» – Manuel Pulgar-Vidal

News

Veröffentlichungsdatum: 10. Dezember 2025

Person hält eine Rede
Foto: Sofía Bedoya

Rückblick auf FLARE: «Die Klimaagenda befindet sich in ihrem fragilsten Moment» – Manuel Pulgar-Vidal

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Veröffentlichungsdatum: 10. Dezember 2025

Vom 23. bis 27. Oktober 2025 fand das FLARE Network im peruanischen Lima an der Universidad de Ingeniería y Tecnología (UTEC) zusammen. Diese internationale Gemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die Forschung zu Wäldern und Lebensgrundlagen mit Praxis und Politik zu verbinden. Zum Auftakt der Woche warnte Manuel Pulgar-Vidal, die Klimaagenda befinde sich «in ihrem fragilsten Moment». Der globale Leiter für Energie- und Klimafragen der Umweltschutzorganisation WWF verwies auf Leugnung, geschwächte Institutionen und sich verschiebende geopolitische Konstellationen. Diese Diagnose setzte den Ton: Wenn Glaubwürdigkeit unter Druck steht, wird die Transparenz darüber immer wichtiger, auf welchen Wegen Wissen zu Entscheidungen beitragen kann.

Personen diskutieren im Sitzkreis
Foto: Sofía Bedoya
Ein Vortrag mit aufmerksamen Teilnehmenden
Foto: Sofía Bedoya

Die Wyss Academy for Nature war Gastgeberin, präsentierte eigene Arbeiten und brachte Akteur*innen zusammen. Der Fokus war klar: Wälder und Lebensgrundlagen – aus der Perspektive territorialer Realität. Dabei ging es um Felderfahrungen aus dem peruanischen Solutionscape in Madre de Dios, wo Wissenschaft, Politik und lokales Wissen für politische Zielgruppen verknüpft werden. Konkret wurden etwa die Entwicklung einer gemeinsamen Forschungsagenda und neue Ansätze für Land-Verwaltung besprochen. Zur Sprache kamen zudem Erkenntnisse aus indigener territorialer Selbstverwaltung sowie die Verzahnung von Landnutzungswandel, Ökosystemleistungen und Wohlbefinden der Bevölkerung. Zudem wurden Erfahrungen aus den «Dialogues with Purpose» geteilt und ein standardisierter Ansatz zur Messung von sozialem und menschlichem Wohlbefinden diskutiert.

Person holding a speech
Foto: Sofía Bedoya
Person nimmt an einem Workshop teil.
Foto: Sofía Bedoya
Person hält eine Präsentation
Foto: Sofía Bedoya

Über alle Sessions hinweg wurden drei Kernaspekte deutlich: erstens die Verbindung von Wissenschaft, Politik und lokalem Wissen, zweitens die gemeinschaftliche Gestaltung der Massnahmen mit denjenigen, die Entscheidungen letztlich umsetzen, und drittens die Notwendigkeit, Methoden und Messgrössen offenzulegen.

Aus dieser Haltung ergibt sich ein zentrales Ergebnis: Die Wyss Academy wird eine Synthese für politische Entscheidungsträgerinnen erarbeiten. So sollen Erkenntnisse, Debatten und Innovationen übersetzt werden, um als Orientierung für Institutionen zu dienen. Um das voranzubringen, hat die Wyss Academy gemeinsam mit dem FLARE Sekretariat und der University of Notre Dame die Session «Science and Policy: Transforming Forest Governance» organisiert. Hier kamen Vertreterinnen öffentlicher Stellen, indigener Organisationen, des privaten Sektors, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft zusammen — darunter SERFOR, OSINFOR, ADEX, CONAP, PROFONANPE, Wake Forest University, SPDA und IUCN.

Sticky notes
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Person zeigt mit dem Finger
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Person mit einem Mikrofon in der Hand, lächelnd
Foto: Sofía Bedoya

FLARE 2025 endete mit einem klaren Auftrag: gemeinsames Wissen in nachvollziehbare, verantwortliche Entscheidungen zu übersetzen. Das erfordert Vertrauen über Sektoren hinweg, für Institutionen lesbare Evidenz und konsequente Weiterverfolgung der Massnahmen – damit Wälder und die Menschen, die von ihnen abhängen, durch wissensbasierte Entscheidungsprozesse besser geschützt und gestärkt werden.

Die Wyss Academy for Nature dankt der UTEC (Universidad de Ingeniería y Tecnología) und dem Pulte Institute for Global Development der University of Notre Dame für die gemeinsame Arbeit zur Förderung von Wissen und Handeln – durch wirksamen Dialog, hin zu einer nachhaltigeren und gerechteren Zukunft.

Unser Dank gilt auch dem engagierten Team der Wyss Academy for Nature in Bern und Südamerika für seinen Einsatz und seine Zusammenarbeit, die diesen Meilenstein möglich gemacht haben.

Personen posieren in einem Konferenzumfeld
Foto: Sofía Bedoya