Indigenes Wissen – verbindlich dokumentiert: Dr. Sarah-Lan Mathez-Stiefels Rolle beim GEO-7
Projektupdate
Veröffentlichungsdatum: 21. Juli 2025

Teil des Projekts
Indigenous Governance in the Peruvian Amazon
Indigenous Governance in the Peruvian AmazonIndigenes Wissen – verbindlich dokumentiert: Dr. Sarah-Lan Mathez-Stiefels Rolle beim GEO-7
Projektupdate
Teil des Projekts
Indigenous Governance in the Peruvian Amazon
Indigenous Governance in the Peruvian AmazonVeröffentlichungsdatum: 21. Juli 2025
Der Global Environment Outlook 7 (GEO-7) – das Flaggschiff-Gutachten des UN-Umweltprogramms (UNEP) – wurde am 9. Dezember 2025 an der UNEA-7 in Nairobi veröffentlicht. Der Bericht bündelt Wissen zu Klima, Biodiversität, Landdegradation sowie Verschmutzung und ordnet Handlungsoptionen entlang von fünf Transformationspfaden ein: Energie, Ernährungssysteme, Materialien und Abfall, Wirtschaft und Finanzen sowie Umweltmanagement. Dabei ist mit Blick auf die Entstehung des Berichts ein konkreter Fortschritt zu vermelden: In den globalen Bericht wurde konsensbasiert auch indigenes und lokales Wissen eingebracht und dokumentiert. Für die GEO-Reihe wurde dieses Wissen erstmals systematisch über einen dokumentierten Prozess integriert, mit eigenem Raum im Bericht und mittels einer Zusammenfassung für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger.
Dr. Sarah-Lan Mathez-Stiefel spielte bei dieser Arbeit eine zentrale Rolle. Sie ist Associated Senior Researcher an der Wyss Academy for Nature und Co-Leiterin der GEO-Taskforce für indigenes und lokales Wissen. Somit gehört sie der kleinen Gruppe an, die im Rahmen des Gesamtprozesses mit den Co-Chairs des Berichts festlegt, wie eine solche Expertise in GEO-7 eingebracht wird. Zudem war sie Coordinating Lead Author eines der Kapitelvorspanne zu indigenem und lokalem Wissen und Mitglied des erweiterten Autorenteams, das diesen Beitrag im gesamten Gutachten mitgestaltet hat.
Dabei war der Prozess ebenso wichtig wie das Ergebnis. Der Ansatz von GEO-7 verband mehrere Elemente: eine eigene Taskforce, Inhalte zu indigenem und lokalem Wissen in allen Kapiteln, fünf eigenständige Kapitelvorspanne sowie eine Reihe von Dialogen mit Vertretungen indigener Völker und lokaler Gemeinschaften. Der Bericht zu diesen Dialogen floss sowohl in GEO-7 als auch in die Zusammenfassung für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger ein. So wurde sichergestellt, dass indigene und lokale Perspektiven nicht als Ergänzung behandelt werden, sondern als integraler Bestandteil der Wissensgrundlage, auf deren Basis globale umweltpolitische Entscheidungen vorbereitet werden.
Dieselben Standards prägen auch die Arbeit der Wyss Academy for Nature mit indigenen Gemeinschaften in Peru, wobei Sarah-Lan Mathez-Stiefel hier eine leitende Funktion innehat. Seit 2023 entwickeln die Wyss Academy for Nature, FENAMAD und das Centre for Development and Environment (CDE) gemeinsam ein Projekt zur indigenen Selbstverwaltung in Madre de Dios. Im Fokus stehen die Charakterisierung indigener territorialer Verwaltungssysteme und die Bewertung ihrer Auswirkungen auf das Wohlergehen von Mensch und Natur. Zugleich werden Strategien zu ihrer Stärkung entwickelt und Führungskompetenzen für indigene Forschende mittels eines Programms aufgebaut.
Diese Verbindung ist bewusst: Die Prinzipien, die GEO-7 geprägt haben – Zustimmung, Prüfung, Urheberschaft und Verantwortlichkeit – leiten auch die Arbeit von Sarah-Lan Mathez-Stiefel und dem Team mit indigenen Gemeinschaften in Peru. In der Praxis bedeutet das, dass Wissen nicht andernorts entnommen und übersetzt wird. Es wird gemeinsam erarbeitet, mit den Beteiligten geprüft, in Beziehungen verankert und so weitergetragen, dass Urheberschaft anerkannt, Selbstverwaltung gestärkt und lokale Realitäten mit grösseren Transformationsprozessen verbunden werden.
Team
- Projektkontakt
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Dr. Sarah-Lan Mathez-Stiefel
Associated Senior Researcher
