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  • Wyss Academy

Nachhaltige Lösungen für Biodiversität und Wasserknappheit im Ewaso Ng’iro-Becken


Naturbasierte Lösungen (NbS) sind Massnahmen zum Schutz, zum nachhaltigen Management und zur Wiederherstellung natürlicher und von Menschen veränderter Ökosysteme. Dies auf eine Weise, die gesellschaftliche Herausforderungen angeht, und dabei sowohl die Artenvielfalt wie das Wohlergehen der Menschen fördert. Daher müssen NbS, die für den Naturschutz und das Wassermanagement entwickelt wurden, sowohl ökologische als auch sozioökonomische Aspekte einer Landschaft berücksichtigen, um wirksam zu sein. Das Ewaso Ng'iro-Becken in Kenia ist ein reichhaltiges Ökosystem, das viele ökologische, soziale und wirtschaftliche Leistungen für die lokalen Gemeinschaften bereitstellt. Leider bedrohen das Bevölkerungswachstum, die veränderte Landnutzung, veränderte Konsummuster und andere Faktoren die Ökosysteme und die Lebensgrundlagen der Gemeinschaften. Diese Herausforderungen werden durch den Klimawandel noch verschärft. Dies bietet eine einzigartige Gelegenheit für NbS-Eingriffe, um die Artenvielfalt zu erhalten und Wasserknappheitsprobleme anzugehen.

 

Das laufende Inkubator-Projekt für halbrunde Erdwälle in der Naibunga Community Conservancy in Laikipia County - gemeinsam umgesetzt von der Wyss Academy, Justdiggit und der Gemeinschaftsgruppe Green Earth Warriors - ist ein solcher Eingriff. Ein Jahr nach dem Graben der jetzt 32.000 Dämme deuten die ersten Überwachungsergebnisse darauf hin, dass sich die Bodenbedeckung (vor allem Gras) verbessert hat, und es werden alternative Lebensgrundlagen erforscht.


Im Jahr 2023 wurden Bodensensoren installiert, um die Auswirkungen dieser Dämme auf die Bodenfeuchtigkeit und -temperatur zu überwachen, und erste Ergebnisse zeigen, dass Dämme im Vergleich zur Kontrollstelle tendenziell länger Wasser zurückhalten, was bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass die Dämme das Pflanzenwachstum unterstützen können. Darüber hinaus deuten Bodensensoren darauf hin, dass, wenn sich die Dämme sowohl mit Regenwasser als auch mit an der Oberfläche fliessendem Wasser füllen, das Wasser Zeit hat, durch die Bodenschichten zu infiltrieren und zu versickern, wodurch sich der Wassergehalt des Bodens erhöht.Ob die Grundwasserleiter wieder aufgefüllt werden, ist noch eine offene Frage. 


Mit diesem positiven Ergebnis an der Oberfläche konzentriert sich das Interdisziplinäre Forschungsteam für Wasserknappheit (ID Water Scarcity) zusätzlich auf die Grundwassersituation. Dies erweist sich als schwierig, da Grundwasser buchstäblich im Boden liegt und unsichtbar ist. Der beste Weg ist daher die Modellierung, die wiederum Daten erfordert. In Zusammenarbeit mit der South Eastern Kenya University ist das Team dabei, diese Daten durch Messung der Wasserstände in bestehenden Bohrlöchern zu sammeln. Damit wird eine Grundlage für die Modellierung des Grundwasserspiegels im Ewaso Ng'iro-Becken geschaffen.


Renaturierungsprojekte wie die halbrunden Wälle fördern das Wachstum von Pflanzenarten, die dann Lebensräume für verschiedene Tierarten schaffen. Der Prozess der Renaturierung trägt auch dazu bei, dass sich Lebewesen wieder in einem Gebiet ansiedeln, was durch die Schaffung neuer Mikrohabitate wie temporäre Tümpel in den Wassergräben, wachsendes Grasland infolge der Neueinsaat und eine Umgebung mit verbesserter Bodengesundheit beschleunigt wird. Dies alles sind Indikatoren für ein gesundes Ökosystem. Pflanzen sind auch sehr wichtig für hydrologische Prozesse wie das Auffangen von Wasser und die Steuerung von Verdunstung und Transpiration, die wichtige Bestandteile des Biodiversitätssystems sind. Alle diese Elemente zusammengenommen zeigen das komplexe Beziehungssystem bei der ökologischen Wiederherstellung.


Eine globale Studie, die von Kollegen des Teams Klimaszenarien für nachhaltige Entwicklung durchgeführt wurde, deutet darauf hin, dass naturbasierte Lösungen sogar zur Wiederherstellung des Wasserkreislaufs in Landschaften wie dieser beitragen könnten. Mehr zu dieser Geschichte finden Sie hier.

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