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  • Wyss Academy

Können wir den Prozess der industriellen Landwirtschaft umkehren?

Als der Nam-Tien-Stausee in der Provinz Sayaboury eingerichtet wurde, um den Reisbäuer*innen flussabwärts Wasser zu liefern, war die umliegende Gegend dicht mit Wald bewachsen. Darin lebten zahlreiche seltene Vogel- und Tierarten; und der Wald war auch eine Quelle für Früchte, Nüsse, Kräuter und Pilze für die lokalen Gemeinschaften. Im Jahr 2011 wurde das Gebiet entsprechend als idealer Ort zur Gründung des Elephant Conservation Centre angesehen. Doch was seither geschah, stellt eine Bedrohung für die Zukunft dieser ikonischen Tiere wie auch für das  Wohlergehen der lokalen Bevölkerung dar. Im Laufe des letzten Jahrzehnts fand eine drastische Veränderung der Landschaft rund um den Nam-Tien-Stausee statt. Hunderte Hektaren wurden gerodet, um Platz für die von internationalen Investoren geforderten Feldfrüchte zu schaffen. Obwohl die Landschaft von den lokalen Behörden zum 'Schutzgebiet' erklärt worden war, beobachteten Forschende der Wyss Academy im Jahr 2023, wie die natürliche Vegetation mit Pestiziden besprühten Bananenplantagen, Melonenfeldern – bedeckt mit Kilometern von Plastikfolie -, und zahlreichen Reihen von Maniok auf schnell erodierenden Hängen weichen musste.




Banana plantation around the Nam Tien reservoir (24 Jan 2024) Photo Credit: Mongkon Duangkhiew/Wyss Academy for Nature

Um eine Lösung für diese Probleme zu finden, wurden Daten gesammelt, Karten erstellt und mehrere Treffen abgehalten. Verschiedene Interessengruppen waren sich einig, dass die Eingriffe in das Nam-Tien-Schutzgebiet gestoppt und der Wald wiederhergestellt werden sollten. Der Provinzgouverneur erliess Anweisungen und richtete eine Task Force ein. Die für Landwirtschaft und Forstwirtschaft verantwortliche Abteilung übernahm die Leitung, während die Abteilungen für Planung, Finanzen, Umwelt sowie für öffentliche Sicherheit sich  ebenfalls beteiligen bei dieser herausfordernden Aufgabe.

 

Die Bemühungen zur Wiederherstellung des Nam-Tien-Schutzgebiets haben gerade erst begonnen, und die Wyss Academy arbeitet daran, den Prozess in Partnerschaft mit lokalen, nationalen und internationalen Experten zu beschleunigen. Darüber hinaus werden Konsultationen zwischen den Interessensgruppen durchgeführt, die eine wichtige Grundlage  zur Förderung der lokalen Zusammenarbeit, zur Unterstützung der Datensammlung und -analyse sowie zur Generierung des benötigten Wissens über die Region und die aktuellen Herausforderungen darstellen. Während die Einrichtung von Baumschulen eine vergleichsweise einfache Aufgabe ist, erfordert das Treffen von Vereinbarungen mit Hunderten von Landnutzenden sensible Verhandlungen und einen anspruchsvollen Prozess der Entscheidungsfindung.

 

Kann ein wiederhergesteller Wald den Menschen vor Ort das gleiche Einkommensniveau bieten, das sie dank den Bananenplantagen und Melonenfeldern - initiiert von internationalen Investoren -, erhalten haben? Dies ist eine der Schlüsselfragen für die anstehende Arbeit der Behörden und der Wyss Academy im Nam-Tien-Schutzgebiet. Obwohl das Eindringen in den Wald illegal ist, hat es auch Arbeitsmöglichkeiten geschaffen, auf die viele Familien derzeit angewiesen sind. Alternative Einkommensquellen sind erforderlich, um die Natur zu schützen und zu bereichern, anstatt sie auszubeuten und zu zerstören. Erste Schritte auf dem langen Weg zur Entwicklung und Umsetzung von Alternativen wurden unternommen. Dieser Weg wird nun mit der aktiven Beteiligung lokaler Gemeinschaften, Behördenvertreter*innen und von Forschenden fortgesetzt.


Watermelon farm around the Nam Tien reservoir invested by Chinese investor (24 Jan 2024) Photo Credit: Mongkon Duangkhiew/Wyss Academy for Nature


Co-design meeting (13 Dec 2024)

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