Habitat

Transformationen zur Nachhaltigkeit müssen den ganzen Menschen ansprechen. Wir glauben, dass Kunst, sinnliche und ganzkörperliche Erfahrungen zum Verständnis beitragen, weshalb Veränderung notwendig und möglich ist. Deshalb arbeiten wir mit Kunstschaffenden und «Sinnstiftenden» aus allen Bereichen zusammen.

UNSERE AKTUELLE AUSSTELLUNG / KAPITEL 3

“Ancestral Futures (of Food?)”

Jonathas de Andrade, Maya Minder und Veronika Spierenburg (mit Nuno Barroso). Kuratiert von Damian Christinger mit Sonja Schenkel

 

16 September – 13 November 2021 

 

Das Habitat an der Wyss Academy for Nature wurde als Raum der Reflexion und des Experimentierens zur Verbindung zwischen Kunst und Natur geschaffen. Im Dialog mit Kunstschaffenden und ihrem Wirken suchen wir nach Antworten und Lösungen, wie wir das Verhältnis zwischen Mensch und Natur nachhaltig positiv verändern können. 

 

Wie können wir unsere Lebensweise ändern, um eine respektvolle Beziehung zur Natur zu erreichen? Die Kunst hat die Fähigkeit, festgefahrene Muster zu überdenken, unter anderem indem sie auf kreative Art die Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft herstellt.

Im Zentrum der aktuellen Ausstellung Ancestral Futures (of Food?) steht die Bildsprache der Fischerei und des Meeres. Die Fischerei ist und war in vielen Ländern der Welt weit mehr als eine wirtschaftliche Tätigkeit, sondern prägend für die Identität ganzer Gesellschaften. Historische Bilddokumente und Artefakte von Veronika Spierenburg, eine filmische Meditation des brasilianischen Künstlers Jonathas de Andrade und kulinarische Erlebnisse Maya Minder reflektieren auf unterschiedliche Weise, wie die Verbindung zwischen Land und Wasser das Klima bestimmt, sowie die Landschaft und das Arbeitsumfeld der Menschen prägt. Mittels historischem und zeitgenössischen Bildmaterial wird die Landschaft erforscht, und projiziert den Betrachter in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ausgangspunkt für die hier von Spierenburg und Barroso vorgestellte Untersuchung war Praia do Barril an der Algarve, wo die Fischerboote liegen, die fast so veraltet sind wie das Material, aus dem die Abdeckungen mit den Fotos bestehen, welche hier ausgestellt sind . Diese Relikte sind Zeugen des Thunfischfangs, der einst florierte und schließlich im letzten Jahrhundert durch Überfischung zurückging. Der experimentelle und dokumentarische Ansatz des Künstlers spiegelt das Erbe der Ethnographen der 1950er und 60er Jahre wider, deren Arbeit darauf abzielte, Techniken und Wissen zu bewahren und zu dokumentieren, das in Vergessenheit geraten war. Während die Fischereiindustrie vielleicht nie wieder in einem Umfang zurückkehren wird, der sowohl nachhaltig als auch wirtschaftlich tragfähig ist, rückt ein Nebenprodukt plötzlich in den Fokus: die saisonale Algenernte, der sich die Bewohner des Dorfes Apúlia verschrieben haben. Die am Strand von Apúlia gesammelten Algen werden dann auf den Feldern als Ersatz für Düngemittel verwendet. 

 

Welches Potenzial hat diese uralte Praxis, nun, wo die Algen in den Fokus der internationalen Forschung zu deren Nutzen für Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft und Materialkunde gerückt sind? Sind sie für den westlichen Gaumen geeignet? Werden sie auf unseren Tellern als unverzichtbares Lebensmittel willkommen sein, das nachhaltig geerntet werden kann und sogar Teil einer echten Kreislaufwirtschaft ist? 

Mit dieser dritten Ausstellung knüpfen wir an unsere Dialogserie zu nachhaltigen Ernährungssystemen und unsere Deklaration zum UN Food Systems Summit am 23.September 2021 an.

KREATIVE ZUSAMMENARBEIT

Transformation durch Kunst

AUDIO KOMMENTAR

Damian Christinger – Ancestral Futures (of Food?)

Ancestral Futures (DE)Damian Christinger
00:00 / 04:50
Ancestral Futures (EN)Damian Christinger
00:00 / 02:37
KAPITEL 1 / 2

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